Fragen und Antworten
Weitere Informationen zu innerer Unruhe
Was sind Symptome von innerer Unruhe?
Mögliche Symptome sind:
- Anspannung
- Nervosität
- Angstgefühle
- Herzrasen
- Zittern
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühle
- Übelkeit und Erbrechen
- Hitzewallungen
- Schwitzen
- inneres Beben
- Schlafstörungen
- Konzentrationsstörungen
- Gedankenrasen
- Grübelzwang
- Bewegungsdrang
- starke Emotionalität
- selbstverletzendes Verhalten (SVV)
- Reizbarkeit
- Aggressivität
- erhöhtes Konfliktrisiko
- Überforderung
Wie fühlt sich innere Unruhe an?
Im Zustand innerer Unruhe fühlen sich Betroffene unwohl. Sie leiden (zum Teil ohne erkennbaren Grund) unter Anspannung, Nervosität und Ängstlichkeit. Am stärksten spürbar ist das Symptom der Anspannung. Diese Stressreaktion ist fast allen Menschen bekannt. Der Unterschied zwischen "normalem" Stress und einer inneren Unruhe liegt darin, dass letztere lange anhält und die Betroffenen quält. Bei manchen Menschen ist sie sogar andauernd vorhanden. Betroffene leiden körperlich unter Herzrasen, Zittern und Schweißausbrüchen. Seelisch kommen Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie ein starker Bewegungsdrang hinzu.
Wie entsteht innere Unruhe?
Der Zustand der inneren Unruhe kann auf ganz verschiedene Arten entstehen. Häufig ist sie eine Reaktion auf äußere Auslöser wie etwa eine lange Prüfungsphase oder eine Überforderung im Alltag. Sie kann jedoch auch psychisch oder physisch bedingt sein und zum Beispiel als Symptom einer vorliegenden Erkrankung auftreten. Nicht immer ist sie behandlungsbedürftig. So leiden zum Beispiel sensible Menschen häufig unter einer Koffein-Unverträglichkeit. Der regelmäßige Konsum von koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee oder Energydrinks kann dann eine starke anhaltende innere Unruhe auslösen.
Wie macht sich innere Unruhe bemerkbar?
Es gibt verschiedene Merkmale, die auf das Vorliegen einer inneren Unruhe hindeuten.
Die Anspannung macht sich körperlich und psychisch bemerkbar. Typisch sind zum Beispiel angespannte Muskeln, etwa in Kiefergelenken, Schultern oder Händen. Der Körper reagiert außerdem häufig mit Migräne, Magen- und Darmbeschwerden sowie Herz- und Kreislaufbeschwerden.
Einige Betroffene berichten zudem von einem inneren Kribbeln oder Vibrieren in Bauch, Kopf und Beinen. Die Anspannung kann sich jedoch auch auf die Psyche auswirken. Dann leiden die Betroffenen unter anderem unter rasenden Gedanken oder einem Grübelzwang. In vielen Fällen treten sogar Angstgefühle auf. Diese können auch durch Symptome wie Schwindel oder Herzrasen zurückgehen.
Da Angstgefühle weiteren Stress verursacht, kann mit der Zeit ein Teufelskreis entstehen, wodurch die Intensität des Erlebens noch weiter zunimmt.
Viele innerlich unruhige Menschen sind darüber hinaus von Schlaf- oder Konzentrationsstörungen betroffen. Um die Anspannung zumindest körperlich zu lindern, kommt es zum Teil zu einem starken Bewegungsdrang.
Die Betroffenen laufen dann viel umher, wackeln im Sitzen mit den Füßen oder trommeln mit den Fingern auf eine Oberfläche (wie einem Tisch). Es ist sehr individuell wie sich ein Zustand der inneren Unruhe äußert.
Die innere Unruhe lässt sich nicht eindeutig von Nervosität und Aufgeregtheit abgrenzen. Zum Teil wird der Unterschied in der Hinsicht gemacht, dass die innere Unruhe keinen klar erkennbaren Auslöser hat. Die Betroffenen können sich das Auftreten der Symptome dann nicht eindeutig erklären. Das stellt eine weitere Belastung dar, weil die Unsicherheit sogar Angstgefühle erzeugen kann.
Darüber hinaus spricht man häufig erst dann von innerer Unruhe, wenn sie dauerhaft anhält oder ständig wiederkehrt. Beides ist im Vergleich zur Nervosität und Aufgeregtheit eher nicht der Fall. Man kann zum Beispiel in einer Prüfungssituation sehr nervös und aufgeregt sein. Der Auslöser für die Stressreaktion ist dann allerdings eindeutig erkennbar und nicht unklar.
Der Stress tritt nur einmalig auf (vor und während der Prüfung) und die Person weiß meistens sehr genau, dass sich die Unruhe bald vollständig legen wird und es ihr wieder besser geht.
Welche Ursachen gibt es für innere Unruhe?
Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen für das Auftreten dieses Symptoms. Dazu zählen einige eher harmlose Ursachen wie eine Koffeinunverträglichkeit oder -überdosierung, Prüfungsangst, Lampenfieber sowie Berufs-, Uni- und Schulstress. Das Symptom tritt darüber hinaus häufig bei bestimmten Erkrankungen auf. Im physischen Bereich ist das zum Beispiel bei Unterzuckerung (Hypoglykämie), Schilddrüsenunterfunktion und niedrigem Blutdruck (Hypotonie) der Fall. Daneben kann das Symptom während der Wechseljahre und in Schwangerschaften auftreten. Psychische Erkrankungen, die zur inneren Unruhe führen können, sind Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Schizophrenie und Suchterkrankungen.
Lässt sich die innere Unruhe abstellen?
Meist verschwindet das quälende Symptom von ganz allein. Körper und Geist brauchen nur etwas Zeit, um wieder in die Balance zu finden. Durch aktives Zutun der Betroffenen lässt sich der Unruhezutand häufig ebenfalls lindern oder auflösen. Einige Menschen können die Anspannung jedoch nicht mehr allein abstellen. Professionelle Ansprechpartner, wie man sie in den Oberberg Kliniken findet, können dann eine große Hilfe sein. Grundsätzlich stehen die Chancen daher gut, die innere Unruhe zu überwinden und zurück in die Ruhe zu finden.
Was tun bei innerer Unruhe?
Aufgrund der möglichen Auswirkungen, die innere Unruhe haben kann, sollten Betroffene sich schnell Hilfe suchen, sofern sie das Problem nicht selbst unter Kontrolle bekommen. Es gibt zum Glück die Möglichkeit einer Behandlung. Betroffene können sich professionelle Hilfe organisieren oder im Rahmen der Selbsthilfe etwas für die Besserung der Symptome unternehmen.
Wer von innerer Unruhe betroffen ist, sollte vorübergehend seine individuellen Stressauslöser vermeiden und sich nicht zusätzlich unter Druck setzen. Alles, was zur inneren Entspannung beiträgt, kann hilfreich sein. Dazu zählen unter anderem gute Gespräche, ein heißes Bad, ein Spaziergang oder Massagen. WissenschaftlerInnen haben außerdem herausgefunden, dass sogar Lavendel-Öl und die Stimulation des Vagusnervs gegen innere Anspannung helfen können. Betroffene von anhaltender und starker inneren Unruhe sollten sich jedoch professionelle Hilfe suchen und mit einer Therapie gegen das Symptom vorgehen.
Muss ich in eine Klinik bei Innerer Unruhe?
Nicht in jedem Fall ist eine Behandlung in einer Klinik nötig, wenn ein Mensch unter innerer Unruhe leidet. Zu Hause kann jeder selbst etwas dafür tun, dass Anspannungszustände nicht mehr so häufig auftreten oder deutlich milder ausfallen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen den Stress zählt das regelmäßige bewusste Entspannen.
Alternative Methoden bei Innerer Unruhe
Auch die Welt der Wissenschaft hat einige interessante Methoden entdeckt, die bei innerer Unruhe weiterhelfen können. Dazu zählt zum Beispiel der Einsatz von Lavendel-Öl. Dieses ätherische Öl duftet nicht nur angenehm, sondern wirkt sich auch entspannend auf das zentrale Nervensystem aus, das häufig an der Entstehung der inneren Unruhe beteiligt ist.
Quellen
Michael Hubert (2019), [i]Mit Lavendelöl gegen die innere Unruhe[/i], Springer Nature. https://link.springer.com/article/10.1007/s15202-019-2327-0 (abgerufen am 04.01.2023)
Anna Gielas (2020), [i]Knurren gegen das Trauma[/i], Psychologie heute. https://www.psychologie-heute.de/gesundheit/artikel-detailansicht/40583-knurren-gegen-das-trauma.html (abgerufen am 04.01.2023)
Martin Bohus & Markus Reicherzer, [i]Ratgeber Borderline-Störung: Informationen für Betroffene und Angehörige[/i], hogrefe
Spiegel Ausland, [i]Nawalny wirft Gefängnispersonal Folter vor[/i], Spiegel Online, Artikel vom 25.03.2021, 18.04 Uhr (abgerufen am 04.01.2023)