Misophonie - Wenn alltägliche Geräusche krank machen
In unseren Oberberg Privatkliniken finden Sie einen geschützten Ort, um zur Ruhe zu kommen. Unser erfahrenes Team unterstützt Sie dabei, zu sich selbst zu finden und die Ursachen Ihrer Erkrankung zu verstehen – für einen Weg hin zu neuer Stärke und Lebensfreude.
Diagnose Misophonie: Was tun?
Viele Menschen können sich durch Geräusche von Mitmenschen gestört bis hin zu gereizt fühlen. Für Personen, die unter einer Misophonie leiden, sind viele Alltagsgeräusche jedoch kaum erträglich und können zu übermäßig ausgeprägten, aversiven Reaktionen führen. Für sie kann es zu Einschränkungen und negativen Folgen in der Lebensgestaltung, Alltagsbewältigung und psychischen Gesundheit kommen. Mit der passenden Therapie kann von Misophonie Betroffenen geholfen werden.
Patientenaufnahme
Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.
Ganz einfach – in drei Schritten.
Wir sind für Sie da!
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1Sie kontaktieren uns.
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2Unser freundliches Aufnahmeteam berät Sie persönlich.
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3Wir kümmern uns um eine schnelle und reibungslose Aufnahme.
Therapien
Mögliche Therapieverfahren bei Misophonie
Als Oberberg-Patient können Sie mit Ihrem Therapeuten-Team immer ausführlich besprechen, welches individuelle, evidenzbasierte Behandlungskonzept für Sie den größten Therapieerfolg verspricht.
Zur Behandlung von Misophonie setzen wir unter anderem diese Therapieverfahren ein:
Impressionen aus unseren Kliniken
Wir behandeln Patienten nicht nur, wir behandeln sie wie unsere Gäste.
Unsere modernen, lichtdurchfluteten Räume vermitteln Ruhe und Geborgenheit. Freundliche Zimmer und liebevoll gestaltete Rückzugsorte laden dazu ein, Kraft zu schöpfen, innere Balance zu finden und den persönlichen Heilungsweg in einer harmonischen, sicheren Umgebung zu gehen.
Fragen und Antworten
Weitere Informationen zu Misophonie
Was ist die Symptomatik von Misophonie?
Wie lautet die Definition von Misophonie? Was kennzeichnet sie? Bisher findet sich das Krankheitsbild nicht in den beiden gängigen, internationalen Krankheitsklassifikationssystemen ICD-10 der WHO und DSM-V der APA. Anhand der Symptome von Misophonie lässt sich diese jedoch verstehen: Betroffene sind gegenüber selektiven Geräuschen, sowie teils auch visuellen Reizen, sehr intolerant.
Welche Geräusche dies sind, ist individuell unterschiedlich. Gemeinsam haben sie jedoch, dass es bei Hören der triggernden Geräusche zu gesteigerten aversiven Reaktionen kommt: Die Geräusche können zu Aggression, Wut, Ekel und Hass führen. Auf die emotionale Reaktion können sich bei den unter Misophonie Leidenden auch körperliche Reaktionen einstellen. Folglich vermeiden Betroffene eine Konfrontation mit den spezifischen Geräuschen.
Zu Beginn der Misophonie kommt es häufig vor, dass Betroffene die Geräusche nur personenspezifisch schwer ertragen können. Im Verlauf findet häufig eine Generalisierung statt.
Häufige Geräuschsensitivitäten bei Misophonie:
- Essgeräusche (Kauen, Schlürfen, Schmatzen)
- Räuspern
- Schniefen
- Atemgeräusche
- Trommeln von Fingern auf einer Oberfläche
- Zerplatzen von Kaugummiblasen
- Schnarchen
- Fingerknacken
- Papierrascheln
- Klicken von Kugelschreibern
- Trittgeräusche von Schuhen
- Quietschen von Kreide auf einer Tafel
- Reibegeräusche von Stoff
- Umgebungsgeräusche (Unterhaltungen, Tiere, Maschinen etc.)
Häufige körperliche Folgereaktionen auf triggernde Reize bei Misophonie:
- Beschleunigter Herzschlag
- Flache Atmung
- Schweißausbruch
- Schwindel
- Kribbeln auf der Haut
- Übelkeit
Welche visuellen Trigger gibt es bei Misophonie?
Misophonie kann auch ein Herbeiführen von aversiven Reaktionen durch visuelles Beobachten von Reizen umfassen. Trigger können beispielsweise Lippen- und Kieferbewegungen beim Essen, Zwinkern, Wippen, Schaukeln oder Spielen mit Haarsträhnen darstellen. Dieses Phänomen wird außerdem als "Misokinesie" bezeichnet.
Was sind die Ursachen von Misophonie?
Die Ätiologie von Misophonie gilt als weitestgehend unbekannt. Der Beginn der Symptomatik wird oft in der Kindheit, im Mittel bei 13 Jahren, beobachtet. In der wissenschaftlichen Forschung haben Untersuchungen mit beispielsweise dem bildgebenden Verfahren „fMRT“ erste Hinweise zu möglichen Ursachen des Krankheitsbildes Misophonie gezeigt:
- Veränderte Introzeption im Sinne einer gesteigerte Selbstwahrnehmung
- Besonderheiten im Gehirn bei spezifischen Geräuschen: Aktivierung der vorderen Inselrinde, die Sinneseindrücke und Emotionen verknüpft. Verbindung zu anderen Hirnregionen wie der Amygdala (Gefühlsverarbeitung), des hinteren Gyrus cinguli (in Verbindung mit dem Gedächtnis) und des Hippocampus (Entscheidung über Aufnahme in den Erinnerungsspeicher).
- Ablauf eines unbeabsichtigten Lernprozesses, bei dem negative Erfahrung/ Trauma in der Kindheit/Adoleszenz, in Verbindung mit einem Geräusch zu einer (Fehl-)Verknüpfung von Synapsen führen (von Geräusch und Erlebnis).
Wie wird Misophonie behandelt?
Für die Behandlung von Misophonie wird, aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur Hyperakusis bei einem Tinnitus, sich häufig an dessen Behandlungsmethodik orientiert. So kann als Therapie bei Misophonie eine Tinnitus-Retraining-Therapie erfolgen, wo eine bewusste und unbewusste Bewältigung der Geräusche angestrebt wird.
Eine Maskierung der triggernden Geräusche, indem präferierte Musik, Kopfhörer und Ohrstöpsel miteingesetzt werden, können dabei unterstützen. Auch eine Psychotherapie findet zur Behandlung bei Misophonie häufig statt. Als Verfahren kann exemplarisch eine kognitive Verhaltenstherapie durchgeführt werden.
Betroffene von Misophenie können auch im Austausch mit anderen Betroffenen Erleichterung und Strategien finden. Ein Besuch einer Selbsthilfegruppe kann hilfreich sein. Entspannung generell sowie insbesondere Entspannungsverfahren bzw. Entspannungstechniken können Betroffenen als therapeutische Maßnahme bei Misophonie weiterhelfen.
Wie wirkt sich Psychotherapie bei Misophonie aus?
Eine Psychotherapie kann bei Misophonie effektiv sein. Dabei können unterschiedliche Psychotherapie-Verfahren zum Einsatz kommen. Die kognitive Verhaltenstherapie beginnt beispielsweise oft mit einer Untersuchung der affektiven und physischen Reaktionen von Betroffenen, wenn diese mit den für sie individuell unerträglichen Reizen konfrontiert werden.
Anschließend werden dabei auftretende negative Gedanken und bewertende Überlegungen eruiert und in der Psychotherapie bearbeitet. Selbstzweifel, Teufelskreise von Gedanken, negative Überzeugungen und Unverarbeitetes können gemeinsam bearbeitet werden.
Ziel einer Psychotherapie können beispielsweise individuelle Unterstützung, Modifikation negativer Gedanken, ein Durchbrechen von Gedankenkreisen, eine Gegenkonditionierung oder die Vermittlung von Akzeptanzstrategien darstellen.
Welche anderen psychischen Erkrankungen treten häufig mit Misophonie auf?
Bei einer Misophonie sind häufig weitere koexistierende Faktoren zu finden. Diese sind
- Angst in hohem Maß
- Posttraumatische Belastungsstörung
- Anorexie
- Zwangsstörung
- Autonome Sensorische Meridianreaktion (mit Triggern der auditiven/visuellen Reize)
- Depression
Behandlung einer Misophonie in den Oberberg Kliniken
In den Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie können Misophonie und alle weiteren psychische Erkrankungen behandelt werden. Wir unterstützen Menschen jedes Alters in schweren seelischen Krisensituationen mit effizienten Behandlungskonzepten. Die Oberberg Kliniken bieten moderne, wissenschaftlich fundierte Therapien in hoher Intensität und Individualität.
Dabei glauben wir fest an das Zusammenwirken von Menschlichkeit, Verbundenheit und Evidenz in einer erstklassigen Umgebung, die von einer herzlichen Atmosphäre aus Achtsamkeit, Zugewandtheit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen geprägt ist.
Quellen
Asmuß, M. (2022, 10. Februar). Misophonie: Der Hass auf Geräusche. Selfapy. selfapy.com/magazin/wissen/misophonie
Danesh, A., Aazh, H. (2020). A Neurologic, Psychologic and Audiologic Complex. Sprache, Stimme, Gehör, 44(03), 126-127.
Deutsches Ärzteblatt (Hrsg.). (2017, 07. Februar). Misophenie: Wenn Alltagsgeräusche krnk machen. Ärzteblatt. aerzteblatt.de/nachrichten/72933/Misophonie-Wenn-Alltagsgeraeusche-krank-machen
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