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    Rund 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung leidet an Zwangsstörungen. Es handelt sich um Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen, wobei oftmals beide Symptome zugleich auftreten. Die Patienten empfinden Angst, da sie das Gefühl haben, die Kontrolle verloren zu haben.

    Nahaufnahme von einem älteren Mann mit einer Mütze draußend stehend und in die ferne schauend

    Was sind Zwangsgedanken?

    Zwangsgedanken sind Gedanken, die unwillkürlich auftreten, aber auch durch bestimmte Trigger ausgelöst werden können. Trigger sind Reize oder Situationen, die Reaktionen in Menschen auslösen. Die Betroffenen nehmen die Zwangsgedanken zumeist als abstoßend wahr, Angst entsteht. Zwangshandlungen müssen von den Betroffenen - aus ihre Perspektive heraus - ausgeführt werden. Es besteht scheinbar keine Möglichkeit, sich dem Zwang zu widersetzen. Das Ausführen der Handlungen ist nicht angenehm, es bereitet keine Freude.

    Entstehung und Ursachen von Zwangsgedanken

    Zwangsstörungen sind ebenso wie andere psychische Leiden Erkrankungen des Gehirns. Die genauen Ursachen von Zwangsgedanken sind noch nicht vollständig erforscht. Studienergebnisse deuten auf Veränderungen in den Hirnsystemen hin. Diese Veränderungen regulieren die wiederholte Ausführung von Handlungen.

    Frau sitzt an einem Tisch und macht notizen in ihr notiz buch

    Genetischen Veranlagung

    Es besteht der Verdacht der genetischen Veranlagung. Oftmals treten in betroffenen Familien gehäuft Zwangserkrankungen auf. Trotz genetischer Veranlagung besteht keine Sicherheit bezüglich des tatsächlichen Auftretens von Zwangserkrankungen. Stress und psychologische Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Zwangsstörungen.

    Studien zu Zwangserkrankungen

    Studien zufolge haben rund 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung Zwangserkrankungen. Ein statistischer Unterschied zwischen Frauen und Männer ist nicht nachgewiesen. Es handelt sich oftmals um einen schleichenden Krankheitsverlauf, der im Laufe der Jahre immer ausgeprägter wird. Viele Patienten leiden bereits als Kinder oder als junge Erwachsene unter Zwangserkrankungen. Die Symptome sind zu Beginn oftmals nur schwach ausgeprägt, weswegen sie ohne professionelle Diagnostik nicht erkannt werden. Zwanghafte Persönlichkeitszüge weisen auf eine erhöhte Gefahr des Auftretens von Zwangsgedanken hin.

    Die Psychosomatik bei Zwangsgedanken

    Der Begriff der Psychosomatik beschreibt ein Teilgebiet der Psychiatrie. Die Psychiatrie befasst sich mit Erkrankungen des Geistes im Allgemeinen. Die Psychosomatik thematisiert körperliche Beschwerden, die durch seelische Belastungen entstehen. Insbesondere Stress, Lebenskrisen, traumatische Erfahrungen und seelische Belastungen können körperliche Beschwerden verstärken oder auslösen. Zwangserkrankungen können durch Stress verstärkt werden, sie lösen zugleich auch Stress aus. Die Psychosomatik umfasst unter anderem Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Unwohlsein.

    Zwangsgedanken und ihre häufigsten Folgen

    Zwangsstörungen umfassen Zwangshandlungen und Zwangsgedanken, oftmals in miteinander verbundener Form. Der Alltag wird durch die Zwangsstörungen massiv beeinträchtigt. Es existieren verschiedene Erscheinungsformen, jeder Mensch entwickelt individuelle Zwänge und Gedanken.

    Symptome der Zwangsgedanken

    • Zählzwänge
    • Aggressive, sexuelle oder religiöse Inhalte der Gedanken
    • Angst vor Infektionen durch Schmutz oder Keime
    • Ekel vor Körperausscheidungen
    • Vermeiden des Betretens bestimmter Flächen oder Treppenstufen
    • Wiederholte Ausführung bestimmter Bewegungen

    Überverantwortlichkeit

    Die Betroffenen fühlen sich für mögliche zukünftige Katastrophen verantwortlich. Sie weisen sich die Macht zu, die Katastrophe verhindern zu können. Sie sind überzeugt, es sei genauso schlimm, die Katastrophe nicht zu verhindern wie die Katastrophe herbeizuführen.

    Perfektionismus

    Die Patienten messen den Wert von Objekten an dessen Perfektion. Weist das Objekt Mängel auf, dann sinkt sein Wert deutlich.

    Gefahrenüberschätzung

    Die Patienten sehen in Ereignissen drohende Katastrophen. Sie gehen von übertriebenen Risiken aus.

    Kontrolle von Gedanken

    Die Patienten weisen ihren Gedanken eine große Macht zu. Sie haben beispielsweise das Gefühl, durch ihre Gedanken Veränderungen zu erzeugen.

    Wichtigkeit von Gedanken

    Die Betroffenen bewerten sich selbst anhand ihrer Gedanken.

    Intoleranz gegenüber Unsicherheit

    Die Patienten haben nicht gelernt, Unsicherheit zu akzeptieren. Sie fordern bei allen Handlungen umfassende Informationen bezüglich der möglichen Konsequenzen.

    Chronischer Verlauf

    Findet keine Behandlung statt, dann droht ein chronischer Verlauf. Die Geschwindigkeit, in der die Symptomatik zunimmt, ist patientenabhängig. Während einige Patienten über Jahre hinweg keine Veränderungen bemerken, verschlimmert sich bei anderen Patienten die Situation innerhalb kürzester Zeit. Wird den Betroffenen bewusst, dass ihre Handlungen ohne Sinn sind, dann versuchen sie die bewusste Unterdrückung der Zwangsgedanken und der Zwangshandlungen. Je länger die Erkrankung andauert, desto anstrengender ist dieser Versuch. Schließlich wird der Widerstand geringer, da Angstsymptome und eine erhöhte innere Anspannung auftreten. Symptome der Depression treten vermehrt auf, beispielsweise Antriebslosigkeit und eine gedrückte Stimmung.

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    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zu Zwangsgedanken

    Was sind Zwangsgedanken?

    Zu Beginn treten leichte Symptome auf, die Psychosomatik ist nur schwach ausgeprägt. Wiederholte und sinnlose Handlungen werden ausgeführt, Gedanken treten auf, die nicht von den Patienten selbst zu kommen scheinen. Die Psychosomatik und die Symptomatik können sich rasch verschlechtern, was die Angst verstärkt. Die Kognitive Verhaltenstherapie - fallabhängig in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung - ist erfolgsversprechend.

    Was sind Zwangsstörungen?

    Wer unter Zwangsstörungen leidet, der erlebt wiederkehrende quälende oder unsinnige Gedanken. Die Betroffenen führen unter wahrgenommenem Zwang Handlungen aus, die aus objektiver Perspektive nicht rational wirken. Für die Patienten haben diese Zwangshandlungen eine große Bedeutung, da sie scheinbar der Abwendung schlimmer Ereignisse dienen oder einem sonstigen als lebensbedeutend wichtig empfundenen Grund dienen. Die Angst wird jedoch nur kurzzeitig überwunden.

    Was sind Zwangshandlungen und Zwangsrituale?

    Die Zwangshandlung lässt sich rational nicht begründen. Einige Patienten entwickeln basierend auf den Zwangshandlungen Zwangsrituale. Im Gegensatz zu Zwangshandlungen sind Zwangsrituale detaillierter gestaltet. In besonders ausgeprägten Fällen führen die Patienten Zwangsrituale über mehrere Stunden hinweg aus, was zu einer massiven psychischen Belastung wird und den Alltag stark beeinträchtigt. Die Angst verstärkt sich, was zu diversen körperlichen Leiden führen kann.

    Wie erkenne ich, dass ich unter Zwangsgedanken und Zwangshandlungen leide?

    Im ersten Schritt sollten die Betroffenen überlegen, ob sie bestimmte Handlungen ausführen, die als Zwangshandlungen gewertet werden könnten, oder ob sie Gedanken haben, die sich ihnen zwanghaft aufdrängen. Nicht jede wiederholte Handlung ist eine Zwangshandlung, allerdings müssen im ersten Schritt alle infrage kommenden Handlungen identifiziert werden. Zwangshandlungen können die persönliche Hygiene betreffen. Sich unnötig häufig die Hände zu waschen oder sich mehrere Minuten lang die Hände zu waschen, obgleich hierzu keine hygienische Notwendigkeit besteht, weist auf eine Zwangshandlung hin. Zu hinterfragen ist, ob die Handlung einen rationalen Grund hat, beispielsweise die vorangegangene Arbeit im Garten oder aus anderen Gründen tatsächlich verschmutzte Hände. Eine weitere Kategorie, in der Zwangshandlungen auftreten können, ist das Kontrollieren.

    Wer vor dem morgendlichen Verlassen des Hauses mehrmals wieder zurückkehrt, um zu überprüfen, ob alle Wasserhähne und die Herdplatten ausgeschaltet sind, der muss sich fragen, ob eine Zwangshandlung vorliegt. Entscheidende Kriterien sind unter anderem die Rationalität, die Beeinträchtigung der eigenen Lebensqualität und die Häufigkeit der Handlungen. Das wiederholte Berühren von Objekten ist eine weitere Kategorie für Zwangshandlungen. Die Patienten dürfen bestimmte Gegenstände nicht anfassen, andere Gegenstände hingegen fassen sie mit einer vorgegebenen Häufigkeit an. Das Horten von verbrauchten, sinnlosen oder wertlosen Gegenständen ist ebenfalls eine Zwangshandlung.

    Zwangsgedanken können beängstigend und furchteinflößend sein - sie können aber auch in Form von Ritualen auftreten, die bei den Betroffen nicht direkt das Gefühl entstehen lassen, dass sie Zwangsstörung leiden. Viele Menschen führen Zwangshandlungen aus und sich nicht darüber bewusst, dass es sich um eine Zwangsstörung handelt, die bewältigt werden kann und bewältigt werden sollte. Erst die Beschäftigung mit den eigenen Handlungen, den eigenen Gedanken und den eigenen Ängsten legt die Grundlage für Veränderungen.

    Wie machen sich Zwangsgedanken bemerkbar?

    Eine Erscheinungsform von Zwangsgedanken ist die Angst, es passiere etwas Schlimmes, wenn nicht bestimmte Handlungen ausgeführt werden ("Eine Katastrophe passiert, wenn ich nicht alle Treppenstufe zähle beim Hochlaufen.") Das Ausführen der Zwangshandlungen beruhigt die Betroffenen, jedoch wiederholt sich diese Situation wieder und wieder. Das angeblich drohende schlimme Ereignis kann niemals vollständig abgewendet werden, da die Betroffenen in jeder neuen Situation wieder die gleiche Zwangshandlung ausführen müssen. Langfristig betrachtet wird die Situation für die Betroffenen zu einer starken Belastung. Sie leiden unter Stress und oftmals weiteren psychischen und auch physischen Problemen. Schlafstörungen und auch vermehrtes Grübeln sowie Angststörungen können als zusätzliche Symptome/Störungen auftreten.

    Was sind die Symptome von Zwangsgedanken und Zwangsstörungen?

    Das wiederholte Berühren von Objekten ist eine weitere Kategorie für Zwangshandlungen. Die Patienten dürfen bestimmte Gegenstände nicht anfassen, andere Gegenstände hingegen fassen sie mit einer vorgegebenen Häufigkeit an. Das Horten von verbrauchten, sinnlosen oder wertlosen Gegenständen ist ebenfalls eine Zwangshandlung.

    Zwangsgedanken können beängstigend und furchteinflößend sein - sie können aber auch in Form von Ritualen auftreten, die bei den Betroffen nicht direkt das Gefühl entstehen lassen, dass sie Zwangsstörung leiden. Viele Menschen führen Zwangshandlungen aus und sich nicht darüber bewusst, dass es sich um eine Zwangsstörung handelt, die bewältigt werden kann und bewältigt werden sollte. Erst die Beschäftigung mit den eigenen Handlungen, den eigenen Gedanken und den eigenen Ängsten legt die Grundlage für Veränderungen.

    Zwangsstörungen kontrollieren mit zunehmendem Verlauf mehr und mehr das Leben der Patienten. Der private und berufliche Alltag der Betroffenen ist stark beeinflusst. Zu Beginn gehen viele Menschen davon aus, die Situation beherrschen zu können oder gar jederzeit mit den Zwangshandlungen aufhören zu können. Sie reden sich ein, die Handlungen seien nicht von Bedeutung. Jedoch werden die Zwangshandlungen im Laufe der Zeit immer stärker als Belastung wahrgenommen.

    Im Extremfall sind die Symptome so stark, dass es den Patienten nicht mehr möglich ist, ein geregeltes Leben zu führen oder an sozialen Aktivitäten teilzunehmen. Einige Patienten ziehen sich auf ihrem sozialen Umfeld zurück, andere Patienten haben Schwierigkeiten, ihrer beruflichen Tätigkeit nachzugehen.

    Wie unterscheiden sich Zwangsgedanken zu Depressionen?

    Wer unter Zwangsgedanken leidet, dem erscheinen seine Gedanken als fremd und als von außen kommend. Die Patienten nehmen die Gedanken nicht als ihre eigenen Gedanken war. Die Gedanken erzeugen Angst, sie wirken unkontrollierbar. Depressionen sind ebenfalls mit unangenehmen Gedanken verbunden. Allerdings haben die Patienten das Gefühl, es handle sich um Gedanken, die von innen heraus kommen, die von ihnen selbst stammen. Die Gedanken bei Depressionen führen tendenziell eher zu einer Traurigkeit, wobei aber insbesondere bei gleichzeitigem Vorliegen einer Angststörung auch bei der Depression Ängste vorhanden sind.

    Wie unterscheiden sich Zwangsgedanken zu Grübeleien?

    Grübeleien wirken im Gegensatz zu Zwangsgedanken ichsynton. Die Betroffen nehmen die Inhalte der Grübeleien als von ihnen selbst stammend wahr. Die Grübeleien wirken auf die Patienten rational, da sie sich mit vergangenen Situationen beschäftigen und ihr eigenes Verhalten dabei analysieren. Diese Rationalität liegt bei Zwangsgedanken nicht vor, jedoch sind auch Grübeleien übertrieben beziehungsweise übersteigert. Dieser Umstand lässt es für die Betroffenen schwer werden, selbst zu erkennen, ob es sich um Grübeleien oder Zwangsgedanken handelt.

    Wie werden Zwangsgedanken behandelt?

    Sind die Symptome nur leicht ausgeprägt, dann ist im Allgemeinen eine Verhaltenstherapie zielführend, um Besserung zu erlangen. Ist die Verhaltenstherapie nicht ausreichend oder sind die Symptome bereits stärker ausgeprägt, dann kann eine Kombination von medikamentöser Therapie und Verhaltenstherapie angebracht sein. Für die medikamentöse Therapie kommen Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer in Frage. Ihre Wirksamkeit ist durch Studien gut belegt.

    Der Therapeut entscheidet, ob die zusätzliche Gabe von atypischen Neuroleptika oder anderen Substanzklassen notwendig ist. Die Verhaltenstherapie zielt darauf ab, das Auftreten von Zwangsgedanken und Zwangshandlungen zu reduzieren. Hierzu führen die Patienten unter Anleitung des Therapeuten geeignete Übungen durch. Nicht nur die Handlungen und die Gedanken werden verändert, auch die Angsterlebnisse, die üblicherweise bei den PatientInnen auftreten, werden abgeschwächt.

    Wie funktioniert die Therapie mit Medikamenten bei Zwangsgedanken?

    Bei einigen Patienten ist es trotz der Therapie für viele Jahre oder gar für immer nicht möglich, die Medikamente vollständig abzusetzen. Die Patienten erfahren dennoch eine entscheidende Verbesserung: Sie gewinnen die Kontrolle über ihr Leben zurück, da es ihnen gelingt, Zwangsgedanken zu vermeiden und Zwangshandlungen zu unterlassen.

    Die Planung der Therapie ist stets eine fallbezogene Entscheidung, die der Therapeut (in Absprache mit dem Patienten) trifft. Es stehen verschiedene Formen der Verhaltenstherapie und verschiedene Medikamente zur Verfügung.

    Wie funktioniert die Kognitiven Verhaltenstherapie bei Zwangsgedanken?

    Obgleich sich die Forderung, die Zwangshandlungen zu unterlassen, einfach anhört, ist ihre Umsetzung mit einigen Herausforderungen sowie der gründlichen Vorbereitung verbunden. Die Exposition wird gemeinsam mit dem Patienten vorbereitet, um die Grundlage für den Erfolg zu legen. Die Vorbereitung der Exposition umfasst insbesondere:

    • Vermittlung von Informationen über den Ablauf der Exposition
    • Erstellen einer Hierarchie der Zwänge
    • Planung der Übungen hinsichtlich des Ablaufs und der Inhalte

    Zu Beginn begleitet der Therapeut die Übungen. Je weiter die Patienten in ihrer Therapie fortschreiten und je mehr positiver Einfluss auf die Psychosomatik erlangt wurde, desto eher sind die Patienten in der Lage, die Übungen auch eigenständig umzusetzen. Um die Psychosomatik zu verhindern, ist die Anwendung der Übungen im Alltag erforderlich. Die Schwierigkeitsgrad der Übungen hängt von der Einschätzung des Therapeuten hinsichtlich der Fähigkeiten der Patienten, dem Schweregrad der Psychosomatik und der Erfordernis ab. Im Verlauf der Therapie sind diesbezügliche Anpassungen möglich. Der Therapeut wertet nach Durchführung die Expositionsübungen aus. Er analysiert die Auswirkungen auf die Psychosomatik und die Reaktion der Patienten. Die Neubewertung wirkt sich auf die weitere Planung aus.

    Wie funktioniert Exposition mit Reaktionsmanagement (ERM) bei Zwangsgedanken?

    Das zentrale Element der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) zur Therapie von Zwangsstörungen ist die Exposition mit Reaktionsmanagement (ERM). Die Patienten setzen sich im Rahmen des ERM gezielt mit den Reizen auseinander, die zum Auftreten der Zwangsgedanken führt. Sie legen das aus Selbstschutz angenommen Verhalten der Vermeidung der Trigger ab und lernen, Vermeidung zu vermeiden. Die Realitätsbeobachtung ist ein wichtiger Faktor der Therapie.

    Den Patienten werden die Umstände bewusst, die zu Zwangshandlungen führen. Sie befassen sich aktiv mit den Situationen und ihrer eigenen Reaktion. Innere und äußere Abläufe werden analysiert.

    Ein Stopp positiver oder negativer Erwartungen in den betreffenden Situationen wird erreicht. Im Laufe der Therapie lernen die Patienten Situationen neu zu bewerten. Eine kognitive Umstrukturierung erfolgt, die es den Patienten ermöglicht, die Situation und sich selbst zu bewerten. Die Betroffenen haben durch die fortdauernden Zwangsstörungen bestimmte Verhaltensweisen, Reaktionen und Emotionen erlernet. Sie haben Angst oder Depressionen ausgebildet. Alle diese Auswirkungen müssen durch die ERM nach und nach abgebaut werden.

    Was sind die Wirkfaktoren für die erfolgreiche Durchführung der Therapie von Zwangsstörungen?

    Schubert/Voderholzer/Wolstein/Külz/Schwartz ermitteln in ihrer Studie Wirkfaktoren bezüglich der erfolgreichen Durchführung der Exposition mit Reaktionsmanagement (ERM) als Therapie von Zwangsstörungen. Dysfunktionale Annahmen über Zwänge wirken sich negativ auf den Behandlungsverlauf aus. Insbesondere Intoleranz für Unsicherheit und Perfektionismus sind entscheidende kognitive Wirkfaktoren. Der Verlauf einer vorhandenen Depression ist ein weiterer Wirkfaktor.

    Die Therapie der Zwangsstörungen ist ein komplexes Vorgehen, welches durch zahlreiche Faktoren beeinflusst wird. Die Bereitschaft der Patienten, Veränderungen erreichen zu wollen, und die Kompetenz des Therapeuten sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg. Beobachtungen zeigen, dass sich die Symptomatik bei den Patienten relativ schnell verändern kann. Bereits vor der Interventionsphase mit ERM sind Veränderungen möglich.

    Wie vermeidet man Rückfälle?

    Da Zwangsstörungen chronische Erkrankungen sind, ist die grundsätzliche Gefahr von Rückfällen relativ hoch. Insbesondere nach dem Absetzen der Medikamente liegt ein kritischer Punkt vor. Die Verhaltenstherapie ist für den langfristigen Erfolg essenziell, die alleinige Therapie mit Medikamenten ist nicht möglich, da dies bedeuten würde, die Medikamente dauerhaft einnehmen zu müssen. Nur die erfolgreiche Verhaltenstherapie bietet einen gewissen Schutz vor einem Rückfall.

    Quellen

    (Vgl. Zwangsstörungen, Prof. Dr. Angelika Erhardt, Max Planck Institut für Psychiatrie, 2023,
    https://www.psych.mpg.de/848234/zwang#:~:text=Wie%20h%C3%A4ufig%20sind%20Zwangsst%C3%B6rungen%3F,Frauen%20und%20M%C3%A4nnern%20gleich%20h%C3%A4ufig.)

    (Vgl. ZWANGSGEDANKEN STOPPEN: Der effektivste Ratgeber, um deine Zwänge zu besiegen, Clara Markgraf, 2022, Abschnitt 2)

    (Vgl. Zwangshandlungen und Zwangsgedanken, Hans Reinecker, 2009, Göttingen, Seite 104)

    (Vgl.https://www.psych.mpg.de/848234/zwang#:~:text=Wie%20h%C3%A4ufig%20sind%20Zwangsst%C3%B6rungen%3F,Frauen%20und%20M%C3%A4nnern%20gleich%20h%C3%A4ufig.)

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    (Vgl. Sabine Bleuler, Zürich, gefunden auf: http [https://digitalcollection.zhaw.ch/bitstream/11475/701/1/ba0193.pdf]s://digitalcollection.zhaw.ch/bitstream/11475/701/1/ba0193.pdf)
    (Vgl.https://www.psych.mpg.de/848234/zwang#:~:text=Wie%20h%C3%A4ufig%20sind%20Zwangsst%C3%B6rungen%3F,Frauen%20und%20M%C3%A4nnern%20gleich%20h%C3%A4ufig.)

    (Vgl. Psychotherapie der Zwangsstörungen: Krankheitsmodelle und Therapiepraxis, Hansruedi Ambühl, Stuttgart, 2013, Seite 177)

    (Vgl. Exposition mit Reaktionsmanagement (ERM), Erfahrungen von Psychotherapierenden, Sabine Bleuler, Zürich, 2012, gefunden auf: https://digitalcollection.zhaw.ch/bitstream/11475/701/1/ba0193.pdf)

    (Vgl. Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen: fallbasierte Therapiekonzepte, Susanne Fricke, 2006, München, Seite 11)

    (Vgl. Wirkfaktoren der kognitiven Verhaltenstherapie von Zwangsstörungen: Ein kritischer Überblick über den aktuellen Forschungsstand, C. Schubert, U. Voderholzer, J. Wolstein, A. Külz, C. Schwartz, 2018, gefunden auf: https://www.karger.com/Article/Abstract/471809)

    (Vgl. Therapie von Zwangsstörungen im Erwachsenenalter, Weidt, Steffi ; Delsignore, Aba ; Rufer, Michael, 2015, Universität Zürich, gefunden auf: https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/115026/1/weidt_Psychiatrie%20und%20Neurologie.pdf)

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