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    Während einer Panikattacke verspüren Betroffene in einer kurzen Phase extreme Angst und Furcht. Diese wird von körperlichen und/oder emotionalen Symptomen begleitet. Wenn diese Panikattacken regelmäßig auftreten, schränken Sie die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein. Dagegen kann eine Psychotherapie Abhilfe verschaffen.

    Frau steht im wald und schaut in die ferne

    Was sind Panikattacken?

    Bei einer Panikattacke handelt es sich um einen plötzlich auftretenden Zustand extremer Angst, welche ihren Höhepunkt innerhalb weniger Minuten erreicht.

    Panikattacken können als Symptom verschiedener psychischer Störungen auftreten, Sie können aber auch situationsabhängig sein und nur auftreten, wenn der Betroffene mit einem bestimmten Angstauslöser konfrontiert wird.
    Es kann allerdings auch passieren, dass Panikattacken ohne einen erkennbaren Grund auftreten.

    Entstehung und Ursachen von Panikattacken

    Panikattacken können verschiedene Ursachen haben. Einen eindeutigen Grund für das Auftreten von Panikattacken konnte noch nicht herausgefunden werden.

    Arzt und patientin gehen spazieren und unterhalten sich

    Panikattacken in Verbindung mit Agoraphobie

    Agoraphobie („Platzangst“) ist der häufigste Auslöser von Panikattacken.
    Rund zwei Drittel aller Panikattacken werden durch eine Agoraphobie ausgelöst.
    Die Betroffenen fürchten sich vor bestimmten Situationen oder Orten. Dabei handelt es sich um Plätze, an denen es schwierig wäre, Hilfe herbeizuholen, oder um Situationen, aus denen die Betroffenen nicht schnell genug herauskommen würden und eine Panikattacke (wahrscheinlich) peinliches Aufsehen erregen würde.

    Orte und Situationen, die eine Agoraphobie begünstigen:
    • Menschenmengen, lange Warteschlangen, aber auch Kino- oder Theatersäle
    • belebte öffentliche Plätze
    • Reisen zu weit entfernten Zielen, Alleinreisen
    • Fahrstühle
    • öffentliche Verkehrsmittel
    • Flugzeuge, aber auch Autos

    Traumatische Erfahrungen

    Wissenschaftler gehen davon aus, dass traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder im Erwachsenenalter zu regelmäßigen Panikattacken führen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Patienten, die unter regelmäßigen Panikattacken leiden oft traumatische Erlebnisse in der Kindheit angeben.

    Ängstlichkeit

    Menschen die von Haus aus ängstlicher sind, haben ein erhöhtes Risiko unter Panikattacken zu leiden. Sie interpretieren körperliche Reaktionen auf Stress als lebensbedrohlich und entwickeln so eine Angst vor ihnen.

    Vermeidungsverhalten

    Betroffene von Panikattacken sind oft der Meinung, dass sie stressige Situationen nur durch Medikamente oder eine andere Person bewältigen können. Dadurch entsteht eine Angst davor diese Situationen ohne direkt verfügbare Hilfe zu konfrontieren. Solange die Betroffenen nicht die Erfahrung machen, dass sie diese Situationen auch ohne Hilfe überstehen können, bleibt die Angst weiterhin bestehen und die Panikattacken tauchen weiterhin auf.

    Stress

    Stress kann ebenfalls eine Panikattacke auslösen. Wenn z.B. die Situation mit dem Partner, die Situation auf Arbeit oder Existenzängste besonders viel Stress verursachen, können Betroffene Panikattacken in stressigen Situationen entwickeln.

    Panikauslösende Substanzen

    Alkohol, Drogen und verschiedene Medikamente können bei den Konsumenten Panikattacken auslösen. Oft versuchen die Betroffenen ihre Panikattacken durch den Konsum zu lindern. Dabei verschlimmern diese Substanzen die Panikattacken oft nur noch weiter und führen zu der Entwicklung einer schwerwiegenderen Angsterkrankung.

    Oberberg Privatkliniken

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    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zu Panikattacken

    Was sind Panikattacken?

    Panikattacken sind plötzlich auftretende Anflutungen intensiver Angst, welche innerhalb weniger Minuten stark ansteigt. Diese kann von weiteren körperlichen und kognitiven/psychischen Symptomen begleitet werden.

    Wenn von einer Panikattacke gesprochen wird, ist damit der Zustand der extremen Angst gemeint, den die Betroffenen verspüren. In der Psychotherapie kann ein Therapeut herausfinden ob die Panikattacken als Symptom einer Panikstörung oder anderen Störung bzw. Erkrankung auftreten und je nach dem wird dann die Psychotherapie jeweils auf den Patienten individuell zugeschnitten.

    Was ist eine Panikstörung?

    In der Psychotherapie wird von einer Panikstörung geredet, wenn Betroffene immer wiederkehrende Panikattacken erleiden. Nach dem Auftreten der Panikattacken folgt eine Phase, in der sich Betroffene Sorgen um das weitere Auftreten von Panikattacken machen. Diese Sorgen werden teilweise von Verhaltensänderungen zur Vermeidung von weiteren Panikattacken begleitet.

    Welche Symptome haben Panikattacken?

    Während die übermäßige Angst bzw. Furcht das Hauptsymptom einer Panikattacke darstellt, gibt es neben der Angst noch eine Reihe an weiteren Symptomen, welche ebenfalls typisch für eine Panikattacke sind. Zusätzlich zu der extremen Angst können Betroffene während einer Panikattacke an Atemnot, Taubheits- oder Kribbelgefühlen, Schwindel, Zittern, Beben, starkem Herzklopfen, einem unregelmäßigem Herzschlag, Schmerzen in der Brust, Schweißausbrüchen, Kältefrost, Übelkeit oder Bauchschmerzen leiden.

    Körperliche bzw. psychosomatische Symptome einer Panikstörung:
    • Atemnot, Benommenheit
    • Taubheits- oder Kribbelgefühle
    • „weiche Knie“, Schwindel, Zittern, Beben
    • starkes Herzklopfen, unregelmäßiger Herzschlag
    • Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust
    • Schwitzen, Hitzewallungen oder Kälteschauer
    • Übelkeit, Bauchbeschwerden

    Zusätzlich zu diesen körperlichen Symptomen gibt es noch eine Reihe an psychischen Symptomen, welche Panikattacken begleiten können. Symptome wie Unsicherheit, die Angst davor bewusstlos zu werden, Erstickungsangst, die Angst davor im nächsten Moment zu sterben, die Angst davor die Kontrolle zu verlieren, Entfremdungsgefühle und die Angst davor wahnsinnig zu werden verschlimmern das Leiden der Betroffenen erheblich.

    Psychische Symptome einer Panikstörung:
    • Unsicherheit
    • Angst, bewusstlos zu werden
    • Atemnot, Erstickungsangst, Engegefühl im Hals
    • Angst, im nächsten Moment zu sterben
    • Angst, die Kontrolle zu verlieren
    • Entfremdungsgefühle („Das kann nicht sein!“ – „Ich bin ganz woanders, nicht hier!“)
    • Angst, wahnsinnig zu werden

    Welche Auslöser haben Panikattacken?

    Als Auslöser für Panikattacken gelten mehrere Faktoren. Traumatische Erlebnisse, vor allem in der Kindheit, können später im Leben für regelmäßige Panikattacken verantwortlich sein. Betroffene die von Haus aus ängstlicher sind als andere, sind anfälliger regelmäßig unter Panikattacken zu leiden. Betroffene haben oft die Einstellung, dass sie Panik verursachende Situationen nur bewältigen können, wenn sie direkt verfügbare Hilfe zur Hand haben.

    Dies führt zu einem Vermeidungsverhalten, wodurch die Angst vor der nächsten Panikattacke nur noch weiter gesteigert wird. Stress kann ebenfalls zu Panikattacken führen. Wenn im Leben der Betroffenen z.B. die Familie oder die Situation am Arbeitsplatz besonders viel Stress auslösen, können daraus Panikattacken entstehen. Zusätzlich dazu gibt es auch Substanzen wie bestimmte Drogen oder Medikamente, welche Panikattacken verursachen können.

    In welchen Situationen treten Panikattacken auf?

    Panikattacken können aus verschiedenen Situationen heraus auftreten. Für Betroffene kann eine Panikattacke aus einem ängstlichen Zustand oder aus einer ruhigen Situation heraus auftreten.

    Panikattacken - Ab wann sollte ich zum Arzt gehen?

    Wenn Sie an regelmäßigen Panikattacken leiden, sollten Sie zunächst mit einem Hausarzt abklären ob es sich dabei um Symptome einer körperlichen Erkrankung handelt. Wenn eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen werden kann, wird mit der psychotherapeutischen Behandlung der Symptome anhand verschiedener Therapieansätze begonnen. Zur Behandlung der Symptome von Panikattacken werden in der Psychotherapie verschiedene Ansätze genutzt.

    Bevor eine Behandlung stattfinden kann, muss zunächst geklärt werden inwiefern der Betroffene noch in der Lage ist seinen Alltag zu bewältigen. Erst dann kann entschieden werden, wie eine mögliche Psychotherapie zur Behandlung der Panikattacken aussehen kann.

    Wie werden Panikattacken behandelt?

    Zur Behandlung von Panikattacken werden im Rahmen der Psychotherapie verschiedene Therapieansätze verwendet. Bei der Verhaltenstherapie soll den Patienten dabei geholfen werden die Angst vor der nächsten Panikattacke zu verlieren und ein Weg in ein normales Leben ermöglicht werden. Die Patienten sollen positive Erfahrungen machen, damit sie die Panikattacken eigenständig überstehen können und diese vorrübergehen.

    Daraus resultiert dann die Linderung der Angst vor einer erneuten Panikattacke. Es haben sich auch einzelne Medikamente als effektiv bei der Bekämpfung von Panikattacken erwiesen. Die Psychotherapie zur Bekämpfung von Panikattacken und Panikstörungen ist im hohen Maße auf den individuellen Patienten zugeschnitten.

    Wie funktioniert die Verhaltenstherapie (VT) bei Panikattacken?

    Im Rahmen einer Psychotherapie und Behandlung von Panikattacken, kann die kognitive Verhaltenstherapie Patienten dabei helfen ihre Störungen zu bekämpfen. Die moderne Verhaltenstherapie kann Betroffenen dabei helfen, sich von ihren Ängsten gegenüber der nächsten Panikattacke zu lösen und dieser entgegenzutreten. Wenn die Panikattacken an bestimmte Orte oder Gegenstände gebunden sind, müssen Betroffene diese konfrontieren um ihre Panikattacken unter Kontrolle zu bekommen. Um dies zu erreichen, wird die Psychotherapie in den Oberberg Kliniken auf das individuelle Profil jedes Patienten ausgerichtet.

    Zur modernen Verhaltenstherapie gehören folgende Elemente:
    • Förderung von Kompetenzen; zum Beispiel durch Rollenspiele bei Defiziten im sozialen Umfeld oder durch gezieltes Kommunikationstraining
    • Kognitive Umstrukturierung: Hinterfragen ungünstiger und Erarbeiten konstruktiver Denkstrategien und „Metakognitionen“; Problemlösetraining
    • “Modell-Lernen”; Learning by Doing – die Therapeutin oder der Therapeut als Vorbild zum Nachahmen bei Zwangserkrankungen bzw. Sozialen Phobien
    • Operante Verfahren; neue Verhaltensweisen über Zuspruch und Lob erlernen
    • Reizkonfrontation (Exposition); Abbau von Ängsten bei Angsterkrankungen, posttraumatischen Belastungsstörungen , Ess- und Zwangssstörungen durch Konfrontation mit der angstauslösenden Situation
    • Störungsspezifische Methoden wie bspw. die CBASP-Therapie und die Dialektisch-Behaviorale Therapie

    Wie funktioniert die Medikamentöse Behandlung bei Panikattacken?

    Zur Behandlung von Panikattacken haben sich Medikamente im Rahmen einer Psychotherapie als wirkungsvoll erwiesen. Antidepressiva und andere Medikamente können Betroffenen dabei helfen ihre Panikattacken zu bekämpfen.

    Die moderne Psychopharmakotherapie umfasst neben einer gezielten und sorgfältigen fachkundigen Information und Aufklärung des Patienten die individuelle Auswahl und Empfehlung eines geeigneten Medikamentes in geeigneter Dosis - in Hinblick auf Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie die engmaschige Überprüfung von Wirkung und Nebenwirkungen (einschließlich z.B. der Blutspiegelbestimmung).

    Die Psychopharmakotherapie wird in allen Kliniken der Oberberg Gruppe nach verfügbaren Leitlinien durchgeführt. Ärzte orientieren sich zudem u.a. an folgender Referenz:

    Benkert O, Hippius H (Hrsg) Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie – 12. Auflage, Springer, 2018. (Das Standardwerk erscheint im 2-jährigen Rhythmus, der medizinische Geschäftsführer und ein Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Oberberg Gruppe arbeiten seit vielen Jahren maßgeblich an diesem Lehr- und Handbuch mit).

    Was sind die Folgen von nicht behandelten Panikattacken?

    In schweren Fällen gelingt es den Betroffenen kaum noch, ihr sicheres und gewohntes Umfeld zu verlassen, schon gar nicht allein. Die Erkrankung bindet sie zunehmend an ihre vier Wände – eine komplette soziale Isolation ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Dies hat häufig negative Auswirkungen auf eine effiziente ambulante Therapie, da die Patienten den Weg zum Therapeuten scheuen.

    • 1 in 4 Bundesbürger entwickelt im Laufe seines Lebens eine Angststörung
    • 10% junge Menschen leiden an einer akuten Angststörung
    • 15% der Deutschen hatten bereits eine Angststörung

    Quellen

    Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

    Benkert O, Hippius H (Hrsg) Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie – 12. Auflage, Springer, 2018. (Das Standardwerk erscheint im 2-jährigen Rhythmus, der medizinische Geschäftsführer und ein Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Oberberg Gruppe arbeiten seit vielen Jahren maßgeblich an diesem Lehr- und Handbuch mit).

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