Fragen und Antworten
Weitere Informationen zu Müdigkeit
Was sind Ursachen ständiger Müdigkeit?
Wenn Sie sich häufig müde fühlen, kann dies viele verschiedene Ursachen haben. In Betracht zu ziehen sind psychische Erkrankungen wie eine Depression, physische Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, Mangelzustände (z.B. Eisenmangel), Nebenwirkungen von Medikamenten oder eine ungünstige Umgebung.
Um Ihre individuelle Ursache herauszufinden, empfiehlt sich eine ärztliche oder psychologische Diagnostik, die meist mit einer ausgiebigen Anamnese beginnt. Dabei werden Aspekte wie Ernährung, Bewegungsverhalten, Schlafgewohnheiten, Vorerkrankungen sowie die berufliche und familiäre Situation erfragt. Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch Ihr subjektives Erleben und die Frage, wie sehr die Müdigkeit Sie in Ihrem Alltag beeinträchtigt.
Wie kann ich Müdigkeit selbst bekämpfen?
Um ständige Müdigkeit langfristig zu bekämpfen, empfiehlt sich eine medizinische und psychologische Abklärung. Sollten Sie hin und wieder unter Müdigkeit leiden, so kann dies ganz normal sein, wenn Ihr Körper mitteilen möchte, dass er beispielsweise dehydriert ist oder Sie zu viel gearbeitet haben und eine Pause einlegen sollten.
Wie wird Müdigkeit behandelt?
Da Müdigkeit keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom einer Erkrankung ist, gilt es die Grunderkrankung zu behandeln. Es gibt keine spezifische Medikation zur Therapie von Müdigkeit. Zur Behandlung werden die Leitlinien und evidenzbasierten Konzepte der Grunderkrankung empfohlen oder das Beheben des Mangelzustands.
Da chronische Müdigkeit zu körperlichen, seelischen und beruflichen Einschränkungen führen kann, empfiehlt sich bei Bestehenbleiben der Symptomatik die Vorstellung bei einem Mediziner oder Psychologen.
Was kann ich tun, damit mein Schlaf erholsam ist?
Tipps für einen erholsamen Schlaf sind abhängig von den Ursachen, die den Schlaf behindern wie beispielsweise Stress, Lärm, mangelhafte Schlafhygiene oder auch die Schlafdauer. Allgemein gilt das Meiden von ausgedehntem Tagschlaf, regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten, geringer bis gar kein Konsum von Alkohol, Nikotin und Koffein vor dem Schlafengehen, geringer bis kein Aufenthalt im Bett außerhalb des Schlafs, eine angenehme Matratze und Meiden geistiger Aktivitäten vor dem zu Bett gehen als schlaffördernd und unterstützen darin, tagsüber frei von Müdigkeit sein.
Ist Müdigkeit ein Anzeichen für eine Erkrankung?
Müdigkeit als Symptom muss kein Zeichen einer Erkrankung sein. An sich dient Müdigkeit als Warnsignal des Körpers, dass etwas fehlt. Dies kann auch einfach mehr Schlaf sein, einzelne Vitamine oder eine Entspannungsphase. Müdigkeit kann aber auch im Rahmen verschiedener Erkrankungen als Symptom auftreten – die zugrunde liegende Erkrankung kann mittels fachlicher Diagnostik festgestellt werden.
Wieso verspürt man häufig Müdigkeit nach dem Essen?
Im Rahmen des gewöhnlichen Verdauungsvorgangs ist das Empfinden von Müdigkeit nach der Nahrungsaufnahme etwas ganz Normales. Der Organismus benötigt zur Verdauung viel Energie, die er dann anderen Bereichen weniger zur Verfügung stellt. Infolgedessen kommt es zu einer geringeren Sauerstoffversorgung, die bei uns Müdigkeitserscheinungen hervorruft. Auch bei kohlenhydratreichem Essen kommt es zu einem kurzfristigen Anstieg des Blutzuckers auf den ein Abfall erfolgt, welcher ebenfalls Müdigkeit auslösen kann. Sollten Unverträglichkeiten oder Allergien von Nahrungsmitteln vorliegen, können bei Aufnahme entsprechender Nahrung ebenfalls Müdigkeitssymptome entstehen.
Seit der Corona-Pandemie fühle ich mich zunehmend müder und antriebslos. Ist das normal?
Durch die globale Pandemie kommt es bei zahlreichen Menschen zu psychosomatischen Symptomen wie Müdigkeit. Bei an COVID-19-Erkrankten treten nach einer akuten Phase häufig Symptome wie rasche Erschöpfbarkeit und Abgeschlagenheit auf. In beiden Fällen kann es außerdem zur Ausbildung von psychischen Erkrankungen kommen. Die Oberberg Fachkliniken haben ein Behandlungsprogramm zur Therapie des Post-SARS-CoV-2-Syndroms entwickelt. Für Betroffene, die psychische Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, sind wir gerade jetzt für Sie da.
Prävalenz: Wie häufig ist Müdigkeit?
- Die relative Häufigkeit von Müdigkeit beträgt in Befragungen von Personen ab 16 Jahren etwa 31%.
- Frauen gaben häufiger als Männer an, manchmal oder häufig, unter Müdigkeitserscheinungen zu leiden.
- Bei Älteren (über 70 Jahre) liegt die Prävalenz von Müdigkeit bei über 70%.
Was sind Tipps gegen Müdigkeit?
- Gesunde, abwechslungs- und nährstoffreiche Ernährung
- Gesundes Körpergewicht (anstatt Unter- oder Übergewicht)
- Regelmäßige moderate sportliche Betätigung
- Für gute Sauerstoffzufuhr sorgen, z.B. durch Spaziergänge und Lüften
- Ausreichend Schlaf, ggf. Entwicklung von Schlafhygiene
- Ruhe- und Erholungsphasen einbauen
- Feste Arbeitszeiten, Überstunden vermeiden
- Bei starker Müdigkeit am Tag können „Powernaps“ helfen
- Ausreichend Flüssigkeit trinken in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee
- Meiden toxischer Substanzen wie Alkohol und Nikotin
- Müden Kreislauf durch kalte Duschen anregen
Quellen
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Kusnick, C. (2008). Tipps für erholsamen Schlaf. Deutsche Apothekerzeitung, 42, 58.
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Müller, I. & Schrör, S. (2019). Müdigkeit. Netdoktor. netdoktor.de/symptome/muedigkeit/#:~:text=1%20Was%20ist%20Müdigkeit?%20Grundsätzlich%20normaler%20Körperzustand,%20der,Tee%20etc).),%20möglichst%20kein%20Alkohol%20oder%20Nikotin, (zuletzt abgerufen: 23.03.2021)
Scheibenbogen, C., Wittke, K., Hanitsch, L., Grabowski, P. & Behrends, U. (2019). Chronisches Fatigue Syndrom / CFS. Ärzteblatt Sachsen, 9, 26-30.