Weitere Informationen zu psychischer Erschöpfung
Was sind die Symptome von Erschöpfung?
Typische Symptome sind Beschwerden des Bewegungsapparats wie Schulter-, Rücken- und Nackenverspannungen. Aber auch Kopfschmerzen, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Verdauungsprobleme sowie chronische Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme gehen mit Erschöpfung einher. Schwindel, Zähneknirschen und Tinnitus sind ebenfalls Warnsignale des Körpers, die darauf hinweisen, dass dringend Erholung nötig ist. Langanhaltender Stress, auf den der Körper mit Erschöpfung reagiert, erhöht zudem das Risiko körperlicher und seelischer Erkrankungen.
Menschen, die von Erschöpfung und Müdigkeit betroffen sind, klagen außerdem über Energiemangel, Schwäche, rasche Ermüdbarkeit oder emotionale Instabilität. Davon anzugrenzen sind Tagesschläfrigkeit, Dyspnoe (gestörte Atmung) und Muskelschwäche, weil es sich dabei um eigenständige Krankheitsbilder handelt. Auch eine Depression als Ursache sollte ärztlich abgeklärt werden, damit eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann. Dauert die Müdigkeit länger als sechs Monate an, spricht man von chronischer Müdigkeit, die Ausdruck eines Chronischen Fatigue Syndroms (CFS) sein kann.
Wie fühlt sich Erschöpfung an?
Von Erschöpfung betroffene Menschen fühlen sich körperlich und emotional dauerhaft entkräftet und erschöpft. Bei vielen Menschen kommt es zu dem Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein und schließlich zur Überforderung. Wie gut ein Mensch in einem „Leistungssystem“ funktioniert, hängt von der individuellen Wahrnehmung der eigenen Situation und eigenem Befinden ab. Auch der Faktor Resilienz spielt eine Rolle dabei, wie leicht es Menschen fällt, mit Stressoren, Leistungsansprüchen und Konflikten umzugehen.
Was tun gegen Erschöpfung und Stress?
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Stress als wichtigstes Gesundheitsrisiko des 21. Jahrhunderts eingestuft. Nur wenige biomedizinische Begriffe sind so populär wie Stress. Wird ein Mensch mit äußeren oder inneren Belastungen konfrontiert, reagieren Gehirn und Körper mit einer Stressreaktion. Energie wird mobilisiert, die die Anpassung an sich ständig ändernde Umweltbedingungen und Anforderungen ermöglicht. Dieser Vorgang erlaubt es, in kurzen stressvollen Episoden besonders leistungsfähig zu sein, führt jedoch bei chronischem Stress zu einer langfristigen Veränderung einiger Funktionsweisen des Gehirns.
Die Entwicklung eines Burnouts bzw. einer Depression wird begünstigt. Unter die physischen und psychischen Folgen fallen Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verhaltensveränderungen. Da durch langfristigen Stress das Risiko für Depressionen, Burnout und chronische Erschöpfung steigt, ist es wichtig, einen gesunden Umgang mit Stress zu entwickeln. Das bedeutet, Ressourcen aufzubauen, um Belastungen besser bewältigen zu können, aber gleichzeitig auch einen achtsamen Umgang mit sich zu entwickeln, um die eigene Stressbelastung besser wahrzunehmen. Die eigene Haltung zu den Anforderungen im beruflichen und privaten Leben sollte hinterfragt werden. Oft sind es auch die eigenen Ansprüche, die Stress verursachen. Stressprävention bedeutet im besten Fall nicht nur, gut auf Stress zu reagieren, sondern den Alltag so zu gestalten, dass möglichst wenige Überforderungen und Belastungen auftreten.
Wie wird Erschöpfung behandelt?
Auch wenn es sich bei Abgeschlagenheit um eine „normale“ Reaktion des Körpers auf Stress, besondere Ereignisse oder körperliche Belastung handelt, ist es bei Fortbestehen der Erschöpfung über einen längeren Zeitraum hinweg wichtig, zusammen mit einem Arzt die Auslöser zu klären, eine Diagnose zu treffen und ggf. therapeutische Schritte einzuleiten.
Die konkrete Behandlung richtet sich nach der Ursache: Liegt eine Infektionskrankheit vor, wird mit Ruhe, Erholung und ggf. mit Medikamenten therapiert. Eine richtige Diagnose ist für den heilsamen Umgang mit Erschöpfung grundlegend. Während bei depressiven Erkrankungen körperliche Bewegung und Aktivitäten sehr hilfreich sind, um gegen Erschöpfung vorzugehen, können bei einem Chronischen Fatigue Syndrom Bewegung und Anstrengung genau das Gegenteil bewirken. Deshalb sollten schwerwiegende Erkrankungen wie Burnout und Depressionen aber auch das Chronische Fatigue Syndrom auf jeden Fall medizinisch und psychotherapeutisch behandelt werden.
Bei Erschöpfung, die durch akuten Stress ausgelöst wird, sollten starke körperliche und seelische Anstrengungen vermieden und auf viel Ruhe und Schonung geachtet werden. Auch gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung können sich positiv auf Gesundheit und Symptome auswirken.
Therapie von Erschöpfung in den Oberberg Kliniken
In den Oberberg Fachkliniken, mit Standorten in ganz Deutschland, behandeln wir ein großes Spektrum an psychischen Krankheitsbildern und Symptomatiken wie beispielsweise anhaltende Müdigkeit. Dabei ist eine Behandlung auf körperlicher und psychischer Ebene parallel möglich. Zur Verfügung stehen zahlreiche evaluierte Therapie- und Heilverfahren.
Wir berücksichtigen Ihre individuellen Bedürfnisse und bieten ein interdisziplinäres und hochqualifiziertes Behandlungsteam.
Quellen
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