Fragen und Antworten
Weitere Informationen zu Broken-Heart-Syndrom
Was ist das Broken-Heart-Syndrom?
Es handelt sich bei einem Broken-Heart-Syndrom (Stress-Kardiomyopathie) um eine plötzlich auftretende, und in der Regel durch extremen Stress oder auch Schmerzen ausgelöste Funktionsstörung, die in der linken Herzkammer verortet wird. Sie zählt zu den sogenannten Kardiomyopathien, also erworbenen Herzmuskelerkrankungen. Alternative Bezeichnungen für das Broken-Heart-Syndrom sind „Stress-Kardiomyopathie“ oder auch „Takotsubo-Syndrom“ bzw. Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. Das Krankheitsbild wurde erstmals zu Beginn der 90-er Jahre von japanischen Ärzten diagnostiziert.
Im Rahmen der seelischen Trauer wird eine hohe Anzahl an Stresshormonen ausgeschüttet, die zu kardiologischen Beeinträchtigungen führen können, sodass in diesen Fällen die Erkrankung „Broken Heart“ entstehen kann.
Auch bei einem Broken-Heart-Syndrom werden Risikofaktoren vermutet, auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Risikofaktoren sind ähnlich wie für einen Herzinfakt bzw. andere Erkrankungen des Herzens:
- Krebsbehandlung mit einer Chemotherapie
- Blutvergiftung (Sepsis)
- Atemwegserkrankungen wie COPD, Asthma
- Rauchen
- Alkoholmissbrauch
- Drogenkonsum
- Entzugserscheinungen
- Erhöhte Blutfette
- Psychische Erkrankungen
Laut Studienergebnissen zur Tako-Tsubo-Kardiomyopathie reagieren die Zellen der Herzmuskeln, von Menschen mit einem Broken-Heart-Syndrom (Stress-Kardiomyopathie), deutlich empfindlicher auf ausgeschüttete Katecholamine (Stresshormone) – sogar bis zu sechsmal so intensiv. Daraus leitet sich ein wichtiger Behandlungsansatz ab: Der Umgang mit Stress, negativen Erlebnissen und Verarbeitung von Traumata, Trauer und anderen Erlebnissen. Diese spielen vermutlich eine große Rolle bei der Entstehung des Broken-Heart-Syndroms, sowie auch bei einem Herzinfarkt oder anderen Symptomen. Sie können im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung bearbeitet werden, sodass langfristig eine präventive Wirkung durch eine Psychotherapie für Herz und Seele der Patienten resultieren kann.
Was sind Symptome vom Broken-Heart-Syndrom?
Die typischen Broken-Heart-Syndrom-Anzeichen sind:
- Atemnot
- Engegefühl in der Brust
- Schmerzen im Oberkörper
- Sinkender Blutdruck
- Herzrasen
- Schweißausbruch
- Übelkeit
- Erbrechen
- Starke Angst
- Hoher Stress
- Gefühl von Kälte
Betroffene eines Broken-Heart-Syndroms
Frauen sind nach aktuellen statistischen Erkenntnissen häufiger von einem Broken-Heart-Syndrom betroffen als Männer. Das Risiko steigt für Frauen nach den Wechseljahren an, da das Broken-Heart-Syndrom von Östrogen mitbeeinflusst werden kann.
Aktuell geht die Wissenschaft von etwa davon aus, dass die Verläufe eines Broken-Heart-Syndroms bei Männern schwerer sind als bei Frauen.
Bislang wird wissenschaftlich weiter erforscht, warum und wie es bei manchen Menschen dazu kommt, dass durch starken emotionalen Stress ein Broken-Heart-Syndrom entsteht. Eine Forschergruppe konnte eine genetische Veranlagung für die Ausprägung ermitteln.
Diagnose des Broken-Heart-Syndroms
Zunächst wird meist aufgrund der Symptomatik eines Broken-Heart-Syndroms davon ausgegangen, dass es sich um einen Herzinfarkt handelt. Meist wird ein EKG durchgeführt, eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie), eine Blutentnahme, ein Kardio-MRT, ein Herzkatheter und erste Medikamente verabreicht. Meist kann anhand diesen Untersuchungsmethoden ein Herzinfarkt ausgeschlossen und eine Stress-Kardimyopathie angenommen werden. Auch eine Anamnese zur Belastungssituation und Risikofaktoren, neben den Symptomen, kann die Diagnose Broken-Heart-Syndrom stützen.
Zu berücksichtigen ist, dass ein Broken-Heart-Syndrom nicht ungefährlich ist, nur weil es kein Herzinfarkt ist. Die Symptome sind ernstzunehmen. Bei einem Broken-Heart-Syndrom können ernsthaften Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder ein kardiogenen Schock eintreten.
Was sind die Folgen eines Broken-Heart-Syndrom?
Komplikationen und Folgen eines Broken-Heart-Syndrom können sein:
- Herzinsuffizienz (bis 20% der Betroffenen)
- Kardiogener Schock (bis 10% der Betroffenen)
- Höhergradige Arrhythmien (ca. 10-20% der Betroffenen).
- Ausflusstraktobstruktionen (mit ggf. Mistralklappeninsuffizienz oder Thromben)
Therapie eines Broken-Heart-Syndrom in den Oberberg Kliniken
Ein Broken-Heart-Syndrom (Stress-Kardiomyopathie) kann meist vollständig ausheilen, wenn somatisch die Herzprobleme behandelt werden, sowie psychisch entlastet wird.
Die Oberberg Klinken sind der führende deutscher Qualitätsverbund privater Fachkliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie und Stressmedizin. Wir bieten eine effektive Unterstützung durch modernste, vielfältige und innovative Therapieverfahren. Dabei kombinieren wir Psychotherapie, Entspannungsverfahren, biologische Therapieformen sowie kreativ- und bewegungstherapeutische Maßnahmen zu einer individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Behandlung. Diese kann nach einem Herzinfarkt, einer Tako-Tsubo-Kardiomyopathie, sowie psychischen Symptomen und Erkrankungen erfolgen.
Wir verstehen unsere Aufgabe darin, von Krisensituationen Betroffene und deren Angehörige auf ihrem Weg zurück ins Leben unterstützend zu begleiten, wie bei einer Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. Um unsere Therapien optimal in die individuellen Lebenspläne zu integrieren, bieten wir sowohl tagesklinische als auch vollstationäre Behandlungen an. Selbstverständlich bauen wir unsere Therapien auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und Praxis auf. In den Oberberg Fachkliniken kann bei einem Broken-Heart-Syndrom körperlich, mental und seelisch stabilisiert werden.
Was ist die Behandlung bei einem Broken-Heart-Syndrom?
Im akuten Stadium zielt die Behandlung bei einem Broken-Heart-Syndrom darauf ab die Symptome zu mildern, die betroffene Person zu beruhigen und der Schwäche des Herzens entgegenzuwirken. Hier kommen in der Regel Betablocker, aber auch eine Einstellung des Blutdrucks in Frage. Telemetrisch wird im akuten Stadium genau überwacht und regelmäßig ein EKG durchgeführt. Eine Thrombenentwicklung wird eventuell medikamentös vorgebeugt.
Nach einigen Tagen wird das Herz meist mit einem bildgebenden Verfahren wie einem Ultraschall oder Kardio-MRT kontrolliert. Risikofaktoren für ein Herzinfarkt werden versucht zu minimieren.
Ist ein Broken-Heart-Syndrom lebensgefährlich?
Die Langzeitprognose ist nach einem Broken-Heart-Syndrom (Stress-Kardimyopathie) verhältnismäßig gut, sie ist besser, als bei einem Herzinfarkt. Komplikationen treten eher in der akuten Phase der Symptome auf. Nach überstandener Akutphase ist meistens von einer völligen Wiederherstellung der normalen Funktionen des Herz auszugehen und keinen verbleibenden Symptomen. Die linke Kammer des Herzens erholt sich meistens schon innerhalb der ersten drei bis sechs Tage nach Behandlungsbeginn deutlich - in einigen Fällen kann sich diese Erholung allerdings auch über Wochen oder Monate hinziehen.
Patienten sollten nachbetreut werden, da die Stress-Kardiomyopathie (Takotsubo-Syndrom), auch nach Abklingen der Symptome, Komplikationen für das Herz nach sich ziehen kann, wie zum Beispiel Blutgerinnsel in der Kammer des Herzens oder Rhythmusstörungen des Herzens. Sinnvoll ist also, dass das Herz eine regelmäßige Überwachung erhält, Symptome genau beobachtet werden, sowie eine umfassende psychotherapeutische Begleitung für Betroffene. Diese kann den individuellen Umgang mit Stress verbessern und dadurch der Stabilisierung von Herz und Seele beitragen.
Quellen
Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.). (2022, 31. März). Broken Heart Syndrom. GesundBund. gesund.bund.de/broken-heart-syndrom
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (o.D.). Takotsubo-Kardiomyopathie. SpringerMedizin. springermedizin.de/emedpedia/dgim-innere-medizin/takotsubo-kardiomyopathie?epediaDoi=10.1007%2F978-3-642-54676-1_174
Meinertz, T. (2018). Das gebrochene Herz. Herzstiftung. herzstiftung.de/system/files/2020-05/HH0318-Herzinfarkt-durch-seelische-Verletzung.pdf
Reinberger, St. (2019). Broken-Heart-Syndrom: Wenn Herzen brechen. ApothekenUmschau. apotheken-umschau.de/mein-koerper/herz-gefaesse/broken-heart-syndrom-wenn-herzen-brechen-715851.html
Wimmer, J. & Techniker Krankenkasse (Hrsg.). (13.05.2016). Broken Heart Syndrom. Verfügbar unter: www.bing.com/videos/search?q=broken+heart+syndrom+youtube&docid=608021211894067664&mid=2F35620928E31060BB1B2F35620928E31060BB1B&view=detail&FORM=VIRE