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  • Narzissmus - Wenn Selbstliebe schädlich wird

    In unseren Oberberg Privatkliniken finden Sie einen geschützten Ort, um zur Ruhe zu kommen. Unser erfahrenes Team unterstützt Sie dabei, zu sich selbst zu finden und die Ursachen Ihrer Erkrankung zu verstehen – für einen Weg hin zu neuer Stärke und Lebensfreude.

    Mann spannt einen Bogen in der Natur, neben ihm andere Menschen
    zwei personen spazieren im wald, mann trägt blaues shirt und frau weiße bluse

    Diagnose Narzissmus: Was tun?

    Ein gewisses Maß an Selbstliebe ist nötig und wünschenswert. Ein Übermaß hingegen kann Probleme verursachen. „Narzissten sind selbstverliebt, geltungsbedürftig und schnell gekränkt.“ So, oder so ähnlich, würden die meisten Menschen charakteristische Merkmale beschreiben. Allerdings verbirgt sich hinter dem bekannten Begriff ein sehr komplexes und vielschichtiges Krankheitsbild. Eine Persönlichkeitsstörung kann zu hohem Leidensdruck führen, sodass eine Psychotherapie indiziert sein kann.

    Patientenaufnahme

    Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.

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    Therapien

    Mögliche Therapieverfahren bei Narzissmus

    Als Oberberg-Patient können Sie mit Ihrem Therapeuten-Team immer ausführlich besprechen, welches individuelle, evidenzbasierte Behandlungskonzept für Sie den größten Therapieerfolg verspricht.

    Oberberg Privatkliniken für Narzissmus

    Bei uns verbinden sich exzellente Medizin und persönlicher Rückzugsraum für Heilung und Neuausrichtung.

    In diesen Kliniken behandeln wir Narzissmus auf höchstem Niveau:

    Sie können sich jederzeit an uns wenden – Vertrauensvoll und diskret

    Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken?

    Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 030 - 26478607 aufnehmen. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zu Narzissmus

    Narzissmus oder narzisstische Persönlichkeitsstörung?

    Nicht jeder Mensch, der als narzisstisch bezeichnet werden kann, leidet unter einer Persönlichkeitsstörung. Es wird zwischen einem krankhaften Narzissmus und einem Narzissmus als gesunder Persönlichkeitseigenschaft unterschieden. Die krankhafte Form des Narzissmus wird „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ (NPS) genannt.

    Im Zentrum der NPS steht eine dysfunktionale Selbstwertregulation. Diese führt meist zu negativen Resultaten, wobei einige Narzissten jedoch über lange Zeit ihren Alltag ohne große Schwierigkeiten bewältigen können. Manche sind sogar aufgrund der auffälligen Eigenschaften ihrer narzisstischen Persönlichkeitsstörung besonders erfolgreich im Berufsleben.

    Arten von Narzissmus

    Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann sich bei den Betroffenen auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. So können sowohl Menschen mit einem besonders hohen, oder besonders niedrigen Selbstwert, eine narzisstische Persönlichkeit haben.

    Um den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Symptome von Narzissmus Rechnung zu tragen, wurden in einer empirischen Studie, bei der behandelnde Psychotherapeuten über narzisstische Patienten befragt wurden, verschiedene Subtypen von Narzissmus herausgearbeitet.

    Diese Subtypen befinden sich nicht in den offiziellen psychiatrischen Manualen, werden aber in der Praxis häufig unterschieden. Der Hauptunterschied zwischen den verschiedenen Formen des Narzissmus liegt darin, wie die Betroffenen sich selbst wahrnehmen und nach außen präsentieren.

    Menschen, die unter einer grandios-malignen Ausprägung von Narzissmus leiden, halten sich für übermächtig und zu großen Taten berufen. Wird diese übertriebene Selbstwahrnehmung gestört, wie beispielsweise eine mangelnde Anerkennung ihrer Großartigkeit durch Andere, reagieren die Narzissten mit grandios-maligner Ausprägung oft mit Wut und Gewalt.

    Bei der vulnerabel-fragilen Ausprägung des Narzissmus zeigt sich die Selbstdarstellung in einer Form, die dem Stereotyp der narzisstischen Persönlichkeitsstörung entspricht: Kritik und Misserfolge nehmen vulnerabel-fragile Narzissten sehr persönlich und reagieren auf ihr Scheitern mit einem Übermaß an Scham und Ängstlichkeit. Um Situationen zu vermeiden, in denen ihr Selbstwert infrage gestellt wird, geben sie sich betont bescheiden, selbstkritisch oder gehen sozialen Interaktionen aus dem Weg. Ihren größenwahnsinnigen Fantasien geben sie sich im Verborgenen hin. Schwer fällt den Narzissten dieser Ausprägung das Nachvollziehen von Gefühlen anderer Personen.

    Narzissmus kann auch eine exhibitionistische Ausprägung haben. Betroffene tragen bei diesem Typus ihre Vorstellungen von Großartigkeit offen nach außen. Sie tun dies, um Aufmerksamkeit, Respekt oder ähnliches zu erlangen, über die Sie sich dann definieren. Gegenüber anderen Menschen verhalten sie sich oft gefühllos und kalt. Im privaten Kontext treten sie jedoch gelegentlich auch verunsichert oder ängstlich auf. In der Regel werden diese Gefühle von ihnen allerdings nicht Anderen gezeigt, denn sie versuchen sich in der Öffentlichkeit selbstbewusst zu präsentieren.

    Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung

    Was alle narzisstischen Persönlichkeitsstörungen miteinander vereint, ist die gestörte Wahrnehmung hinsichtlich der eigenen Person im Vergleich mit anderen Menschen aus ihrem sozialen und kulturellen Umfeld. Dabei spielen die Aspekte von Selbstwert, Scham und Empathie eine wichtige Rolle. Je nach Ausprägung des Narzissmus können diese Aspekte unterschiedlich stark das Erleben und Verhalten der Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung beherrschen.

    Das „Modell der doppelten Selbstwertregulation“ beschreibt diesen Zusammenhang. Demnach haben narzisstisch gestörte Menschen sowohl einen grandiosen Selbstanteil als auch einen besonders verletzlichen Selbstanteil. Sie neigen dazu, sich selbst zu idealisieren und hohe Ansprüche an sich zu haben. Wenn der verletzliche Selbstanteil durch negative Erlebnisse oder Gefühle von Scham, Angst oder Einsamkeit aktiviert wird, dann werden die für diese Menschen besonders bedrohlichen Gefühle durch eine Selbstidealisierung und Abwertung Anderer kompensiert.

    Dieser Mechanismus führt dazu, dass besonders „adaptive“ Bedürfnisse, wie Zugehörigkeit, Geborgenheit oder Ruhe, unterdrückt werden. Aufgrund dessen fällt es Narzissten schwer, gesunde, stabile und langfristige Beziehungen zu führen. Je nachdem, ob die Betroffenen unter einer grandios-malignen, vulnerabel-fragilen oder exhibitionistischen narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden, sind die spezifischen Symptome sehr unterschiedlich.

    Zu typischen und häufigen Symptomen von narzisstischen Persönlichkeitsstörungen zählen:

    • Aggressionen gegenüber Anderen, wenn sie das Gefühl haben, dass die Anderen ihre „Großartigkeit“ nicht anerkennen
    • Angst vor Enttäuschungen und anderen Menschen, bis zu einer Paranoia
    • Depressive Verstimmung, wenn die übertriebenen Ansprüche an sich selbst oder die Anderen nicht erfüllt werden
    • Starke und sehr belastende Schamgefühle
    • Fehlende Empathie oder mangelnder Wille sich einzufühlen

    Ursachen von Narzissmus

    Es gibt noch kein ausreichend wissenschaftlich überprüftes Entstehungsmodell für Narzissmus. Es gibt jedoch verschiedene Theorien, die versuchen zu ergründen, warum ein Mensch narzisstische Merkmale in seiner Persönlichkeit entwickelt.

    Nach aktuellen Erkenntnissen spielen dabei weniger genetische Einflüsse eine Rolle, sondern ungünstige Umwelteinflüsse, die auf gewissen Konstellationen in der Persönlichkeit treffen.

    Als ursächliche Faktoren gelten:

    • Sonderrolle als Kind, mit geschätzten Besonderheiten
    • Unregelmäßige Überbewertung als Kind mit Besonderheiten
    • Deprivation in der Kindheit (kühle Atmosphäre der Eltern, Vernachlässigung, starke Abwertungen)
    • Bedingte Wertschätzung als Kind (nur wenn hohe Ansprüche der Eltern erfüllt und gute Leistungen erbracht werden)
    • Negative Erfahrungen in Interaktion mit Anderen (v.a. Feedback-Problematik)
    • Inkonsistenter Erziehungsstil der Eltern (z.B. Überbewertung und Abwertung im Wechsel)
    • Traumatisierungen, die zu Bindungs- und Mentalisierungs-Störungen führen

    Therapie narzisstischer Persönlichkeitsstörungen

    Bei der Behandlung von narzisstischen Persönlichkeitsstörungen ist es wichtig, dass der Patient über die Krankheit aufgeklärt wird (Psychoedukation). Häufig suchen Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung klinische Kontexte aufgrund anderer Symptome, wie Substanzabhängigkeit oder Depressivität, auf. Narzisstische Verhaltensweisen und ihre Konsequenzen werden in der Regel nicht als Problem von den Betroffenen selbst erkannt und/oder anerkannt.

    Um eine narzisstische Persönlichkeitsstörung erfolgreich behandeln zu können, muss zunächst eine sinnvolle Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen, insbesondere anderen Formen von Persönlichkeitsstörungen, vorgenommen werden.

    Psychotherapie

    Wichtig für den Erfolg und Effizienz von Psychotherapien ist, dass sich Patient und Therapeut auf Augenhöhe begegnen. Bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung kann es durch die überhobene Selbsteinschätzung des Patienten sehr schwierig sein, den Patienten für eine Psychotherapie zu motivieren, denn die Begegnung mit dem Therapeuten auf einer Ebene kann dabei eine Hürde darstellen. Auch ein respektvoller und authentischer Umgang während der Therapiesitzungen ist wichtig, um die narzisstische Persönlichkeitsstörung behandeln zu können.

    Als erster Schritt wird in der Therapie dementsprechend versucht, bei dem Patienten ein Bewusstsein für die Störung als solche zu gewinnen. Therapeut und Patient analysieren dabei gemeinsam, wie Kränkungen im Leben des Patienten durch narzisstische Verhaltensweisen im Alltag kompensiert werden. Der Patient soll erlernen, zukünftig auf Enttäuschungen und Kränkungen mit neuen Umgangsformen zu reagieren. Außerdem wird in der Therapie an der Beziehungsfähigkeit des Patienten gearbeitet und Strategien werden entwickelt, die narzisstische Verhaltensweisen langfristig reduzieren können.

    Bislang gibt es keine manualisierten Therapieansätze und keine (kontrollierten) Therapiestudien, die Evidenzen zur Effektivität der Behandlung narzisstischer Persönlichkeitsstörungen vorliegen.

    Folgende psychotherapeutische Therapien werden in der Behandlung einer NPS eingesetzt:

    Ergänzend dazu können zahlreiche weitere und verschiedene Verfahren und Fachtherapien aus dem Behandlungskonzept der Oberberg Kliniken integriert werden. Die Gestaltung der Psychotherapie ist dabei von der individuellen Lebenssituation des Patienten abhängig. Auch die eigene Biografie ist ein wichtiger Bestandteil der Psychotherapie.

    Oberberg Fachkliniken für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen

    In den Oberberg Fachkliniken verfügen wir über ein großes Behandlungsspektrum. Dazu gehört auch die Behandlung einer Persönlichkeitsstörung wie der NPS.

    Es sind Therapien im vollstationären und teilstationären (tagesklinischen) Rahmen möglich. Ebenso im Einzel- und im Gruppenformat.

    Wir behandeln auf Augenhöhe und mit den wissenschaftlich aktuellsten Behandlungsansätzen. In einer ansprechenden und heilsamen Umgebung sollen sich unsere Patienten wie Gäste fühlen. Das Therapieprogramm ist dabei individuell gestaltbar und umfasst bei Bedarf auch eine Behandlung physiologischer Grunderkrankungen.

    Quellen

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    Dieckmann, E. & Behary, W. (2015). Schematherapie: Ein Ansatz zur Behandlung narzisstischer Persönlichkeitsstörungen. Fortschritte der Neurologie – Psychiatrie, 83(08), 463-478.

    Euler, S., Stalujanis, E. & Spitzer, C. (2018). Aktueller Stand der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen. Zeitschrift für Psychologie und Psychotherapie 66(2), 95-105.

    Kernberg, O. F. & Hartmann (Hrsg.). (2018). Narzissmus: Grundlagen - Störungsbilder - Therapie. Stuttgart: Schattauer.

    Lammers, C. H., Vater, A. & Roepke, S. (2013). Narzisstische Persönlichkeitsstörung. Der Nervenarzt, 84(7), 879-888.

    Lammers, C. H. (2017). Selbstverliebtheit, Anspruchshaltung und mangelnde Empathie. InFo Neurologie & Psychiatrie, 19(9), 50-58.

    Lammers, C.-H. & Doering, St. (2018). Narzissmus und die narzisstische Persönlichkeitsstörung. PSYCH up2date, 12(04), 331-345.

    Lammers, C.-H. & Eismann, G. (2019). Bin ich ein Narzisst? Stuttgart: Schattauer.

    Marwitz, M. (o.D.). Die narzisstische Persönlichkeitsstörung: Genese, Diagnostik und Therapie aus verhaltenstherapeutischer Sicht. Ptk-bayern.de/ptk/web.nsf/gfx/A22DB320ADD6DCA541257B5C002F12DB/%24file/Vortrag_Marwitz_Lpt.pdf (zuletzt abgerufen: 14.12.2020).

    Payk, T. R. & Brüne, M. (2017). Psychiatrie und Psychotherapie. Stuttgart: Thieme.

    Pro Psychotherapie e.V. (Hrsg.). (o.D.). Persönlichkeitsstörungen: Narzissmus. therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/narzissmus/ (zuletzt abgerufen: 12.11.2020).

    Russ, E., Shedler, J., Bradley, R. & Westen, D. (2008) Refining the construct narcissistic personality disorder: diagnostic criteria and subtypes. The American Journal of Psychia­try, 165(11), 1473–1481.

    Sachse, R., Sachse, M. & Fasbender, J. (2011). Klärungsorientierte Psychotherapie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Göttingen: Hogrefe.

    Sonnenmoser, M. (2014). Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Erkrankung mit vielen Facetten. Deutsches Ärzteblatt, 13, 567.

    Walter, M. & Bilke-Hentsch, O. (2020). Narzissmus: Grundlagen - Formen - Interventionen. Stuttgart: Kohlhammer.

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