Fragen und Antworten
Weitere Informationen zu Fibromyalgie
Wie wird Fibromyalgie diagnostiziert?
Die Diagnostik einer Fibromyalgie ist verhältnismäßig schwierig: So gibt es beispielsweise keinen spezifischen Blutwert, der die Erkrankung zweifelsfrei belegen könnte. Darüber hinaus sind Muskeln, Sehnen und Gelenke meist nicht geschädigt oder krankhaft verändert. Die Symptomatik ist häufig unspezifisch. So werden zunächst andere Krankheitsbilder ausgeschlossen, wie beispielsweise Rheuma.
Die Diagnostik einer Fibromyalgie kann daher viel Zeit in Anspruch nehmen. Für Symptome wie Schmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit kann dadurch die Gefahr erhöht sein, chronisch zu werden.
Für die Diagnosestellung Fibromyalgiesyndrom werden meist die persönliche Krankengeschichte und ein Blutbilds analysiert. Hinweise auf ein FMS liefern auch die sogenannten druckempfindlichen Tender-Points, von denen es 18 gibt.
Etwa zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von einer Fibromyalgie betroffen. Dabei leiden Frauen etwa sechs bis sieben Mal häufiger unter Fibromyalgie als Männer.
Fibromyalgie: Wer stellt die Diagnose?
Der erste Ansprechpartner bei Verdacht auf ein Fibromyalgiesyndrom ist der Hausarzt oder die Hausärztin. Dieser kennt den Patienten meist am besten und weiß auch die individuelle Krankengeschichte einzuschätzen. Doch alternativ können Menschen mit Beschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit auch zu Ärzten aus den Bereichen der Rheumatologie, der Neurologie oder der Endokrinologie gehen. Die Oberberg Kliniken führen ebenfalls die Diagnostik bei FMS durch.
Was sind die Ursachen und Risikofaktoren von Fibromyalgie?
Wissenschaftlich konnte bisher noch nicht genau erklärt werden, wie es zu einem Fibromyalgiesyndrom kommt. Es wird angenommen, dass biologische, psychische und soziale Faktoren zu einem Fibromyalgiesyndrom führen.
So konnten einige Faktoren beobachtet werden, die das Auftreten einer Fibromyalgie begünstigen können:
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Als wichtigster Risikofaktor einer Fibromyalgie gilt Stress am Arbeitsplatz. Wer im Beruf besonders viel Stress erlebt, kann eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine Fibromyalgie zu entwickeln. Das Stress-Empfinden ist individuell.
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Psychisch belastende Erfahrungen bzw. Belastungen scheinen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Entstehung von Fibromyalgie einzunehmen. In Umfragen zeigte sich, dass viele Betroffene von Fibromyalgie in ihrer Kindheit, Jugend oder im Erwachsenenalter körperliche Misshandlungen erlebt haben.
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Auch das Erleben sexueller Gewalt gilt als ein Risikofaktor für die Entstehung von Fibromyalgie. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Alter diese erlebt wurde.
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Nicht zuletzt wird eine Fibromyalgie mit entzündlichen rheumatoiden Erkrankungen in Verbindung gebracht. So kann aus der rheumatoiden Arthritis als Sekundärerkrankung eine Fibromyalgie entstehen.
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Ein ungesunder Lebensstil birgt vermutlich ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Fibromyalgie. Rauchen, Übergewicht und/oder eine geringe körperliche Aktivität kann Symptome einer Fibromyalgie (Schmerzen in den Muskeln, Schlafstörungen und Müdigkeit) begünstigen. Betroffene eines Fibromyalgiesyndroms neigen häufig dazu, sich wenig zu bewegen. Dadurch kann der Körper jedoch Muskelmasse abbauen, was der Prognose der Erkrankung schaden kann.
Wie fühlt sich das Fibromyalgiesyndrom an?
Schmerzen in den Muskeln sind das Hauptsymptom der Fibromyalgie. Daher beschreiben Betroffene vor allem dieses Symptom. Sie können im ganzen Körper auftreten, das geschieht aber eher phasenweise. Hinzu kommen parallel Müdigkeit, Schlafstörungen und einige weitere unspezifische Symptome. Patienten berichten häufig von regelrechten „FMS-Attacken“. Diese können so intensiv sein, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Alltag zu bewältigen.
Was kann ich tun, um meine Fibromyalgie einzudämmen?
Diese Rheuma-ähnliche Erkrankung wird vor allem durch Stress ausgelöst. Hilfreich zum Lindern von Schmerz in den Muskeln sind also alle Maßnahmen, die Stress vermeiden oder beim Stressabbau, bzw. der Entspannung helfen. Darüber hinaus hilft leichter Sport. In Frage kommen zum Beispiel Aktivitäten wie Yoga. Doch auch der Austausch mit Bezugspersonen ist wichtig, sowie eine Freizeitgestaltung nach eigenen Vorlieben. Welche Maßnahmen am besten in den Alltag integriert werden können und individuell am erfolgsversprechenden sein können, lässt sich im Rahmen einer Psychotherapie gut eruieren.
Sind Rheuma und Fibromyalgie dasselbe?
Zwei von einhundert Menschen in Deutschland erkranken während ihrer Lebenszeit am Fibromyalgiesyndrom. Es ähnelt Rheuma, hebt sich aber medizinisch deutlich davon ab. Hauptsymptom ist der Schmerz, der sich in den Muskeln ausbreitet. Hinzu kommen Schlafstörungen, Beschwerden des Verdauungsapparates und viele weitere Symptome. Die Psyche ist ebenfalls involviert.
Kann man ein Fibromyalgiesyndrom behandeln?
Eine Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, aber sie ist behandelbar. Das Mittel der Wahl ist eine Psychotherapie, die mit Bewegungstherapie kombiniert wird. Auch die private Lebensgestaltung spielt eine wichtige Rolle in der Therapie einer Fibromyalgie. Eine Gabe von Medikamenten kann zeitweise erfolgen. Es empfiehlt sich, sich für die Therapie professionelle Hilfe zu suchen. Die Oberberg Kliniken können dabei Ihr Ansprechpartner sein.
Wie wird Fibromyalgie behandelt?
Generell wird für die Therapie einer Fibromyalgie eine Psychotherapie und eine Bewegungstherapie empfohlen, die soziale Aktivitäten unterstützt. In manchen Fällen werden Medikamente zusätzlich, aber zeitlich begrenzt, eingesetzt. Linderung kann durch physikalische Therapien wie Massagen erreicht werden. Betroffene erhalten meist Schulungen, die Informationen über die Krankheit, Schmerzbewältigung und weitere Thematiken geben. Eine Akupunktur kann ebenfalls in die Behandlung einer Fibromyalgie integriert werden.
Die Behandlung einer Fibromyalgie unterscheidet sich in der nationalen wissenschaftlichen Leitlinie zur Behandlung einer Fibromyalgie in zwei Schweregrade: Leichte und schwere Form einer Fibromyalgie:
Bei einer leichten Form wird regelmäßige Bewegung in Form eines leichten Ausdauertrainings empfohlen, eine aktive Pflege sozialer Kontakte, das Nachgehen von Freizeitaktivitäten und der Austausch mit einer vertrauten Person über das eigene Befinden mit der Erkrankung. Dies kann im Rahmen einer Psychotherapie erfolgen.
Bei einer schweren Form des Fibromyalgiesyndroms wird neben der regelmäßigen Bewegung, dem Wahrnehmen sozialer Kontakte, Ausleben von Hobbys und dem Austausch über die Erkrankung stark empfohlen, eine körperbezogene Therapie zu machen. Dies können beispielsweise Gymnastik, Yoga, Qigong, Tai-Chi, Kraftübungen und Dehnungen sein. Dazu kann zeitlich befristet eine Einnahme eines Medikaments erfolgen. Eine multimodale Therapie kann erfolgen, die beispielweise aus einer Kombination einer kognitiven Verhaltenstherapie und Ausdauertraining bestehen kann. Dabei kann es sinnvoll sein, dass dies tagesklinisch oder stationär stattfindet.
Wie wird Fibromyalgie in den Oberberg Kliniken therapiert?
Wer unter dem Fibromyalgiesyndrom leidet, kann sich zur Behandlung in eine Oberberg Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie begeben. Da die Psyche eine wichtige Rolle bei dem Erkrankungsbild Fibromyalgie spielt, kann eine Psychotherapie ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein. Häufig sind Betroffene seelisch stark belastet.
Oberberg ist ein Verbund privater Fachkliniken in Deutschland und hat viele Standorte. An diesen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandelt werden. Dabei ist eine tagesklinische oder vollstationäre Psychotherapie möglich, neben Einzeltherapien finden Gruppentherapien statt. Auch ein Netzwerk an Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige ist vorhanden.
Viele Oberberg Kliniken haben eine Expertise in Stressmedizin. Stress spielt bei einem Fibromyalgiesyndrom eine große Rolle. Betroffene können in einer Therapie bei Oberberg lernen, besser mit Stress umzugehen, neue Strategien zu entwickeln, Ressourcen zu nutzen, Auswege zu finden und Neubewertungen vorzunehmen. Häufig werden dadurch Beschwerden einer Fibromyalgie, wie Schmerzen oder Schlafstörungen, gelindert und vorgebeugt. Auch das Bearbeiten von in der Vergangenheit liegenden traumatischen Erlebnissen kann im Rahmen einer Psychotherapie bei Oberberg erfolgen.
Die Therapien sind individuell auf unsere Patienten zugeschnitten. Wir berücksichtigen neben der persönlichen Lebensgeschichte auch das soziale Umfeld in der Behandlung einer Fibromyalgie, welchem ebenfalls eine wichtige Bedeutung in der Therapie zukommt. Das soziale Umfeld kann in die Therapie auf Wunsch miteinbezogen werden.