Komplexe PTBS - Erkennung und Therapien
In unseren Oberberg Privatkliniken finden Sie einen geschützten Ort, um zur Ruhe zu kommen. Unser erfahrenes Team unterstützt Sie dabei, zu sich selbst zu finden und die Ursachen Ihrer Erkrankung zu verstehen – für einen Weg hin zu neuer Stärke und Lebensfreude.
Diagnose komplexe PTBS: Was tun?
Traumatische Erlebnisse zu verarbeiten gelingt nicht jedem. Eine Vielzahl der Betroffenen läuft Gefahr, im Nachgang zum Trauma eine komplexe PTBS oder andere Belastungsstörung zu entwickeln. Oft werden erste Anzeichen nicht erkannt oder ausschließlich anderen Erkrankungen wie Depression oder Burnout zugeschrieben. Aus einer akuten Belastungsstörung kann sich nachfolgend eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, weshalb die rechtzeitige Inanspruchnahme professioneller Hilfe empfehlenswert ist.
Patientenaufnahme
Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.
Ganz einfach – in drei Schritten.
Wir sind für Sie da!
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1Sie kontaktieren uns.
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2Unser freundliches Aufnahmeteam berät Sie persönlich.
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3Wir kümmern uns um eine schnelle und reibungslose Aufnahme.
Therapien
Mögliche Therapieverfahren bei komplexer PTBS
Als Oberberg-Patient können Sie mit Ihrem Therapeuten-Team immer ausführlich besprechen, welches individuelle, evidenzbasierte Behandlungskonzept für Sie den größten Therapieerfolg verspricht.
Zur Behandlung einer komplexen PTBS setzen wir unter anderem diese Therapieverfahren ein:
Oberberg Privatkliniken für komplexe PTBS
Bei uns verbinden sich exzellente Medizin und persönlicher Rückzugsraum für Heilung und Neuausrichtung.
In diesen Kliniken behandeln wir komplexe PTBS auf höchstem Niveau:
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Bayern
Oberberg Fachklinik Bad Tölz
Fachklinik
Buchener Str. 17
83646 Bad Tölz -
Brandenburg
Oberberg Fachklinik Berlin Brandenburg
Fachklinik
Am Glubigsee 46
15864 Wendisch Rietz -
Nordrhein-Westfalen
Oberberg Fachklinik Düsseldorf Kaarst
Fachklinik
Am Sandfeld 34
41564 Kaarst -
Berlin
Oberberg Fachklinik Fasanenkiez Berlin
Klinik für Kinder und Jugendliche
Schaperstraße 36
10719 Berlin -
Nordrhein-Westfalen
Oberberg Fachklinik Konraderhof (für Kinder & Jugendliche)
Klinik für Kinder und Jugendliche
Zum Konraderhof 5
50354 Hürth -
Hamburg
Oberberg Fachklinik Marzipanfabrik (für Kinder & Jugendliche)
Klinik für Kinder und Jugendliche
Friesenweg 34
22763 Hamburg -
Brandenburg
Oberberg Fachklinik Potsdam Brandenburg
Fachklinik
Elisenweg 2
14471 Potsdam -
Baden-Württemberg
Oberberg Fachklinik Rhein-Jura
Fachklinik
Schneckenhalde 13
79713 Bad Säckingen -
Bayern
Oberberg Fachklinik Scheidegg im Allgäu
Fachklinik
Kurstraße 16
88175 Scheidegg -
Baden-Württemberg
Oberberg Fachklinik Schwarzwald
Fachklinik
Oberberg 1
78132 Hornberg -
Nordrhein-Westfalen
Oberberg Fachklinik Wasserschlösschen (für Kinder & Jugendliche)
Klinik für Kinder und Jugendliche
Horst 48 (Haus Horst)
41238 Mönchengladbach -
Nordrhein-Westfalen
Oberberg Fachklinik Weserbergland
Fachklinik
Brede 29
32699 Extertal-Laßbruch -
Hessen
Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad
Fachklinik
Rheingauer Straße 47
65388 Schlangenbad -
Nordrhein-Westfalen
Oberberg Somnia Fachklinik Köln Hürth
Fachklinik
Friedrich-Ebert-Straße 11a
50354 Hürth -
Berlin
Oberberg Tagesklinik Berlin Kurfürstendamm
Tagesklinik
Kurfürstendamm 216
10719 Berlin -
Bremen
Oberberg Tagesklinik Bremen
Tagesklinik
Langemarckstraße 4
28199 Bremen -
Hessen
Oberberg Tagesklinik Frankfurt am Main
Tagesklinik
Hedderichstraße 55-57
60594 Frankfurt am Main -
Hamburg
Oberberg Tagesklinik Hamburg
Tagesklinik
Hermannstraße 9, 1. ZG
20095 Hamburg -
Niedersachsen
Oberberg Tagesklinik Hannover
Tagesklinik
Ellernstraße 38
30175 Hannover -
Bayern
Oberberg Tagesklinik München Bogenhausen
Tagesklinik
Möhlstraße 28
81675 München -
Brandenburg
Oberberg Tagesklinik Potsdam
Tagesklinik
Geschwister-Scholl-Straße 38
14471 Potsdam -
Baden-Württemberg
Privatklinik Friedenweiler
Fachklinik
Kurhausweg 2-4
79877 Friedenweiler -
Bayern
Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee
Fachklinik
Jägerstrasse 29
83707 Bad Wiessee -
Bayern
Zentrum Isartal
Tagesklinik
Kloster Schäftlarn 8
82067 Kloster Schäftlarn
Impressionen aus unseren Kliniken
Wir behandeln Patienten nicht nur, wir behandeln sie wie unsere Gäste.
Unsere modernen, lichtdurchfluteten Räume vermitteln Ruhe und Geborgenheit. Freundliche Zimmer und liebevoll gestaltete Rückzugsorte laden dazu ein, Kraft zu schöpfen, innere Balance zu finden und den persönlichen Heilungsweg in einer harmonischen, sicheren Umgebung zu gehen.
Fragen und Antworten
Weitere Informationen zur komplexen PTBS
Definition einer komplexen PTBS und Differenzierung zur PTBS
Die Bezeichnung "komplexe posttraumatische Belastungsstörung", kurz komplexe PTBS oder KPTBS, wurde von der US-Amerikanerin Judith Lewis Herman geprägt. Die Psychiaterin und Professorin für klinische Psychologie lehrte an der Harvard Medical School. Eines der von ihr geleiteten Projekte war ein Programm über Opfer von Gewalttaten. Sie fasste Ursachen und Symptome unter dem Begriff komplexe PTBS zusammen, alternativ war vom DESNOS, Disorder of extreme Stress not otherwise specified, die Rede.
2022 wurde die komplexe PTBS der überarbeiteten ICD-11 beigefügt. Das ICD - International Classification of Disorders - wurde geschaffen, um länderübergreifend Zugriff auf Daten wie systemische Erfassung, Analyse und Interpretation von Krankheitsbildern zu haben.
Welche Ursachen kann eine komplexe PTBS haben?
Hochgerechnet sind rund 2 % der Deutschen einmal in ihrem Leben von einer Belastungsstörung betroffen. Die Auslöser dafür sind vielfältig. Mögliche Ursachen sind Mobbing, Stalking und Trennungen, eigene schwere Erkrankungen oder die nahestehender Personen, Todesfälle, Unfälle, sexueller Missbrauch und andere Gewalttaten oder Kriege.
Sind diese Einwirkungen nicht allzu heftig und eine grundlegende Resilienz vorhanden, können Belastungsstörungen allein überwunden werden. Es liegt jedoch keineswegs im Verschulden der Betroffenen, wenn dies nicht gelingt. Aus der akuten Belastungsstörung kann sich eine PTBS entwickeln, wenn nicht rechtzeitig fachlich kompetente Hilfe zur Hand ist.
Ist es Personen nicht möglich, immer wiederkehrenden, Traumata auslösenden Situationen zu entfliehen, besteht die Gefahr, dass sich eine komplexe PTBS entwickelt. Sie übertrifft die akute oder einfache PTBS sowohl was die Auswirkungen als auch was die Dauer angeht. Allgemein gilt, dass eine komplexe PTBS zwei Jahre andauern muss, damit sie als solche klassifiziert wird. Vergleichbar ist die komplexe PTBS mit der "andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung", wie sie schon in der ICD-10 beschrieben ist.
Welche Personengruppen können von einer KPTBS betroffen sein?
Belastungsstörungen kennen kein Alter. Zu den Betroffenen zählen Kinder ebenso wie Senioren. Deshalb unterhalten die Oberberg Kliniken Schwerpunkte für bestimmte Altersabschnitte, etwa für junge Erwachsene oder Betroffene im höheren Lebensalter.
Welche berufliche Disposition besteht für Belastungsstörungen?
Bestimmte Berufsgruppen sind besonders gefährdet, durch dauerhafte oder immer wiederkehrende Belastungen eine klassische oder komplexe PTBS zu entwickeln. Dazu gehören Soldaten, aber auch Einsatzkräfte von Friedenstruppen. Ebenso sind die Zahlen der Betroffenen bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten überdurchschnittlich gefährdet. Auch Menschen, die in Kriegsgebieten leben, sind den auslösenden Gefahren Tag für Tag ausgesetzt. Sie haben kaum Gelegenheit, Angst und andere Traumata abzubauen, als Folge entwickelt sich in vielen Fällen eine komplexe PTBS.
Über alle Maßen betroffen sein können auch Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt oder von Missbrauch wurden. Sie verdrängen oft die Gefahr, der sie über einen langen Zeitraum oder immer wiederkehrend ausgesetzt sind und waren. Hier ist es nicht auszuschließen, dass die komplexe PTBS erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten zum Tragen kommt. Die Ursachenforschung wie auch die Therapie gestalten sich deshalb aufwendig, weil die zugrunde liegenden Geschehnisse nicht als solche erkannt oder nicht mehr zugeordnet werden können.
Welche Symptome treten üblicherweise bei PTBS und Folgekrankheiten auf?
Ebenso verdrängt wie die Ursachen können auch die Symptome der akuten, klassischen und komplexen PTBS werden. Schlafstörungen und Müdigkeit, Nervosität und Magenbeschwerden, Antriebslosigkeit und Rückzug können durch alltäglichen Stress und Überforderung, durch Mineralstoffmangel oder durch laufende Krankheiten ebenso entstehen.
Vielfach wird das direkte Umfeld der Betroffenen noch vor ihnen selbst auf diese Symptome aufmerksam. Wer auf Nervosität, zunehmend schlechte Laune oder gar Aggressivität, auf Verhaltensänderungen oder Ähnliches angesprochen wird, sollte hellhörig werden und eine komplexe PTBS in Betracht ziehen. Auskunft darüber, ob neben Schwankungen im Alltagsbefinden nicht doch eine PTBS oder komplexe PTBS vorliegen könnte, erhalten Betroffene z.B. durch unseren Selbsttest Trauma (PTBS).
Ein Selbsttest ersetzt keinesfalls eine ärztliche Beratung, die Diagnose oder gar die Behandlung. Besteht jedoch aufgrund der Auswertung die berechtigte Annahme, dass zumindest Traumafolgestörungen aufgetreten sind, ist die Hinzuziehung fachlicher Hilfe mehr als nur empfehlenswert. Nur so kann eine über den Selbsttest hinausgehende klare Diagnose gestellt werden, die unerlässlich für einen späteren Behandlungserfolg ist. Besteht eine PTBS über einen langen Zeitraum hinaus oder können die Auslöser der Traumata nicht gemieden werden, zeigen sich zunehmend zusätzlich Symptome.
Beispielsweise treten bei Menschen aus Kriegsgebieten typische weitere Anzeichen auf. Sie erschrecken bei Lärm, der Kriegsgeräuschen ähnelt, Feuerwerk führt bei vielen zu Panikattacken. Die ursächlichen Situationen werden dabei nochmals durchlebt, ohne dass dies einen verbessernde, weil abbauende Wirkung zeigt. Kinder, die mehrfach oder über einen langen Zeitraum hinweg traumatisiert wurden, fallen durch Aggressionen, Affekthandlungen oder fehlende Impulskontrolle auf.
Nicht wenige von ihnen leiden unter Aufmerksamkeitsstörungen oder einem veränderten Bewusstsein bis hin zur Dissoziation. Ihre Selbstwahrnehmung liegt oft weit außerhalb der Realität. Einflüsse auf das Sozialverhalten sind bei kindlichen Gewaltopfern ebenfalls verbreitet. Wie bei Erwachsenen mit PTBS auch fehlt ihnen das Lebensziel, was bezeichnend für die komplexe PTBS ist. Auch Scham und Selbstanklage können mit einem Trauma verknüpft sein. Hier zählen vor allem Kinder und Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, zu den Erkrankten.
Ein Rückzug aus dem sozialen Umfeld, selbstschädigendes Verhalten durch Eigenverletzungen oder an Borderline angrenzende Verhaltensweisen werden ebenfalls den Symptomen der PTBS und KTPBS zugerechnet. Betroffene Jugendliche und Erwachsene können als Folge einer Belastungsstörung zur emotionalen Betäubung wie etwa zu häufig wechselnden Sozialpartnern, Arbeitsbelastung bis hin zum Burnout oder Alkohol- und Drogenmissbrauch tendieren.
Ihre Fähigkeit, positive Emotionen zuzulassen, sinkt mit zunehmender Dauer der Traumafolgestörungen. Möglicherweise aufkeimende Minderwertigkeitskomplexe oder das Gefühl von Ohnmacht begünstigen den sozialen Rückzug, dissoziative Erscheinungen treten auf. Wer sich immer mehr zurückzieht, verliert die Fähigkeit, soziale Kontakte zu pflegen oder gar neue aufzubauen.
Welche zusätzlichen Symptome können bei einer komplexen PTBS auftreten?
Noch vielfältiger und beeinträchtigender können sich die Symptome bei einer komplexen PTBS ausprägen. Risikoverhalten und die Tendenz zur Selbstzerstörung bringen weitere gesundheitliche Gefahren mit sich. Extremverhalten, das Ignorieren von reellen Gefahren oder Gedanken an Suizid sind hier nicht ausgeschlossen, wenn Lebensziele und der Mut dazu durch die Traumata verloren gingen. Aufmerksamkeitsdefizite werden zur Dauerstörung, auch dissoziative Verhaltensauffälligkeiten nehmen vielfach zu. Die eigene berufliche Überlastung wird nicht mehr erkannt, sodass sich ein Burnout zur Grunderkrankung gesellen kann.
Zu den psychischen Auffälligkeiten gesellen sich bei vielen Betroffenen somatische Erkrankungen. Magen-Darm-Erkrankungen wie Reizdarm oder Colitis ulcerosa, unterschiedliche Herzprobleme oder Störungen der Sexualfunktionen sind dabei häufig. Die Flashbacks, ein für PTBS und die komplexe PTBS typisches Erinnern an die durchlebte Gewaltszene, können überhandnehmen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Hier setzt wiederum ein Kreislauf ein: Wer tagsüber Stress - wie durch Flashbacks - ausgesetzt ist, findet nachts kaum erholsamen Schlaf. Fehlender Schlaf wiederum wirkt sich auf sämtliche Körperfunktionen aus, vom Gehirn bis hin zum Stoffwechsel. Die komplexe PTBS zieht ihre Spirale.
Nicht übersehen werden darf von Betroffenen und ihren Angehörigen, dass nicht nur die Symptome, sondern ebenso die spätere Diagnose eine zusätzliche Belastung darstellen können. Wie beispielsweise bei einer alleingestellten Depression auch, wissen die Erkrankten früher oder später um ihre Störungen, um die Fehlfunktionen. Sie nicht abstellen zu können, verschlimmert oftmals das Krankheitsbild. Hier sind auch die Angehörigen gefragt. Haben sie den Verdacht auf eine komplexe PTBS, können sie die Betroffenen zum Selbsttest anregen und sie zum Arztbesuch bewegen. Zusätzlich können - und sollten in vielen Fällen - sie in die Behandlung der KPTBS einbezogen werden, beispielsweise im Rahmen einer Paartherapie oder Familientherapie.
Wie erfolgt die Diagnose und Ursachenfindung einer komplexen PTBS?
Spätestens nach einem auf eine PTBS oder komplexe PTBS hindeutenden Selbsttest ist ein Arztbesuch oder die Kontaktaufnahme zu einem Therapeuten ratsam. Für Betroffene ist es wichtig zu wissen, dass möglichst weitreichende Auskünfte die Diagnose erleichtern. Scham, schmerzende Erinnerungen oder Schuldgefühle können dabei unvermeidbar sein. Ein kompetenter Facharzt oder Therapeut geht auf die Betroffenen ein und nimmt darauf bereits bei der Anamnese Rücksicht. Offenheit und Vertrauen sind zwei wichtige Bausteine für den späteren Therapieerfolg.
Der Weg zur zielführenden Anamnese und Diagnose ist eine Angelegenheit, die eine fachliche Qualifikation und Erfahrung erfordert. Ähnliche Krankheitsbilder wie Burnout, Fatigue, Depression, bipolare Störungen, Psychosen, andere dissoziative Erkrankungen, Borderline oder durch Allergien oder stoffwechselbedingte Symptome müssen ausgeschlossen oder als Folgeerkrankung erkannt werden.
Für die behandelnden Ärzte und Therapeuten ist es wichtig, jedes Symptom einzeln zu betrachten, damit es den jeweiligen Traumafolgestörungen zugeordnet werden kann. Dadurch kann sich die Diagnose erschweren. Eine gründliche Vorarbeit hier ist jedoch unerlässlich, um auf den Erkenntnissen eine sinnvolle und Erfolg versprechende Therapie aufzubauen.
Gleichzeitig kann es erforderlich werden, mehrere Einzelerkrankungen entweder gemeinsam oder in einer zweckmäßigen Reihenfolge zu behandeln. Folgt die Therapie nur einer Grunderkrankung, stellt dies in der Regel einen Therapieerfolg von vornherein infrage, zumindest teilweise, wenn eben nicht komplett.
Wie sieht eine Therapie bei einer komplexen PTBS aus?
Vielseitiger Therapieansatz
Grundlage für eine erfolgreiche Therapie ist das individuelle Eingehen auf die Betroffenen. Ein Erfolg versprechendes Konzept bei Traumafolgestörungen ist es, bewährte und innovative Behandlungsmethoden zu kombinieren. Diese Erfahrung wurde in den Oberberg Kliniken gemacht, die ein breites Angebot an Therapien für unterschiedliche Erkrankungen und Belastungsstörungen bieten.
Dazu gehören unter anderem ADHS, Angststörungen, Borderline, Essstörungen, Psychosen, Schlafstörungen, Zwangsstörungen, Sucht- und Abhängigkeit oder Depressionen. Sie alle können nicht nur allein, sondern gerade auch im Zusammenhang mit einer KPTBS auftreten.
Ambulante Therapie und stationäre Therapie
Für die Behandlung einer akuten oder klassischen PTBS eignet sich zumindest bei leichteren Symptomen in der Regel auch eine ambulante Therapie. Sie kommt dann infrage, wenn ein stabiles Umfeld die Betroffenen auffängt und stützt. Um hier solide Behandlungserfolge zu erzielen, kann eine Paartherapie ergänzend erfolgen. Ihr Ziel ist es, gemeinsam Wege zu finden, ohne sich zum Co zu machen oder sich selbst zu gefährden. Eine ambulante Therapie kann auch dann sinnvoll sein, wenn die Betroffenen trotz Belastungsstörung ihrer Arbeit nachgehen können und wollen.
Die Entscheidung, eine stationäre Therapie in Anspruch zu nehmen, sollte zwingend dann fallen, wenn die Betroffenen zusätzlich unter schweren Depressionen oder Suizidgedanken leiden. Auch Aggression und Autoaggression sowie Psychosen sind Symptome, bei denen die Klinik der bessere Therapieort ist. Finden sich Erkrankte wegen ihrer KTPBS nicht mehr im normalen Leben zurecht, stellt die Klinik für sie vielfach eine Schutzeinrichtung dar. Hier werden sie nicht mit Alltagsbelangen konfrontiert, im späteren Verlauf der Therapie kann das normale Leben Schritt für Schritt zurückgewonnen werden.
Therapiearten: bewährte und innovative Verfahren
Viele Therapeuten setzen auf die kognitive Verhaltenstherapie, um die komplexe PTBS zu behandeln. Bei der PE - Prolonged Exposure Therapy - werden die Betroffenen angeleitet, sich in das traumatische Geschehen zurückzuversetzen. Die Auswertung einer solchen Sitzung dient dazu, dass die Betroffenen selbst die Gelegenheit haben, gegen die Belastungsstörung anzukämpfen.
Ebenfalls eine Exposition findet bei der CPT, der Cognitive Processing Therapy, statt. Denkfehler und Denkspiralen werden entwirrt und das Denken umstrukturiert. Diese Methode ist vor allem bei durch die PTBS entstandenen Schuld- und Schamgefühlen hilfreich.
Außergewöhnlich erscheint Laien die EMDR-Therapie. Hier werden unter Anleitung der Therapeuten ruckartige horizontale Augenbewegungen durchgeführt und sich gleichzeitig die traumatische Situation vorgestellt.
Dies sind nur einige Beispiele an Therapiemöglichkeiten. Weitere unterschiedliche Behandlungmethoden stehen ebenfalls zur Verfügung. Welche bei den Betroffenen zur Anwendung kommen, hängt von ihrer Persönlichkeit, der Schwere der KPTBS und den Symptomen ab. Nicht zuletzt bestimmt auch das Angebot an Therapeuten die Auswahl der Therapien. Zu Beginn einer jeden Therapie wird ein Konzept entworfen, das die Bedürfnisse des Patienten und die zur Verfügung stehenden Methoden optimal aufeinander abstimmt.
Welche ergänzenden Behandlungen gibt es bei einer komplexen PTBS?
Nicht immer ist es möglich, bereits zu Beginn einer stationären Therapie das eigentliche Problem, die komplexe PTBS, in Angriff zu nehmen. Eine schlechte körperliche Verfassung, Suchtprobleme oder Suizidgedanken sowie chronische oder akute Krankheiten sind hierbei hinderlich.
Hier gilt es, sich primär um deren Behandlung Gedanken zu machen. Erst wenn sich dieser Zustand der Betroffenen gebessert hat, ist an eine tiefer gehende Psychotherapie zu denken. Je nach Verfassung der Probanden reicht es zudem nicht aus, auf Psychotherapie zu setzen. Antidepressiva, vor allem die sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer SSRI ergänzen dann die Behandlung.
Musik, Kunst, Bewegung und mehr - Ausgleich und Abwechslung
Eine Reihe von Konzepten, wie sie sich bei anderen psychischen Erkrankungen ebenfalls bewährt haben, gehören zum Standardprogramm in Kliniken. Auch in der Oberberg Fachklinik wird auf eine fachübergreifende Zusammensetzung der Teams geachtet. So werden Betroffene nicht nur in Einzel- und Gruppentherapien psychisch gefördert, sondern sie können darüber hinaus fakultativ an unterschiedlichen Angeboten teilnehmen.
Die Kunsttherapie, hier insbesondere das Malen, hat seit Langem einen festen Platz in der Behandlung von psychisch Erkrankten. Die bildliche Darstellung zeigt Ängste auf, kann auf die erlittene Traumatisierung hinweisen und dient gleichzeitig der Ablenkung und Entspannung. Aktives und passives Musikerleben besänftigt unruhige Gedanken und ist zudem eine ideale Unterstützung bei Entspannungsübungen, Visulisierungen oder autogenem Training.
Sport setzt auf mehreren Ebenen an. Im Team wird zu sozialen Interaktionen angeregt, wer gemeinsam dem Ball nachjagt, hat wenig Zeit für negative Gedanken. Nordic Walking dient dem Körper und dem Geist, es kann jederzeit auch später ausgeübt werden.
Beliebt und hilfreich sind auch Bewegungstherapien wie Feldenkrais, Qi Gong, Yoga oder Ergotherapie. Sie dienen dem Ausgleich von Verspannungen, können Denkblockaden lösen und stärken überdies auf sanfte Weise die Muskulatur.
Interessante Vorträge zum Thema komplexe PTBS oder anderen Gesundheitsbereichen tragen zur Abwechslung und Ablenkung bei. Möglich ist es auch, vorbereitend oder begleitend an Unterstützungsangeboten für die Wiedereingliederung in den Beruf teilzunehmen. Wer Fragen zum Ablauf einer Wiedereingliederung hat, darf hier ebenso mit kompetentem Beistand rechnen.
Was sind die Therapieziele bei einer komplexen PTBS?
Auch wenn die einzelnen Therapieschritte den Patienten angepasst werden und deshalb unterschiedlich sein können, bleiben die Ziele immer gleich. Erreicht werden soll, dass die Betroffenen nicht mehr unter Flashbacks leiden. Der kontrollierte Umgang mit diesen ungewollten, plötzlich auftretenden Erinnerungen hilft dabei, sie abzubauen.
Ein weiteres Ziel ist es, die Begleitsymptome zu therapieren. Sie erschweren das Leben über die komplexe PTBS hinaus. Gehen Angst und Depressionen, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme durch die Therapie zurück, wird wieder mehr Lebensqualität und -mut gewonnen.
Ein weiteres Hauptziel einer jeden Behandlung ist es, den Betroffenen zu unterstützen, damit er das Trauma als nicht mehr änderbaren Teil seines Lebens akzeptieren kann. Neue Lebensziele werden erarbeitet, die zusätzlich zu förderlichen Strategien bei der Bewältigung des Traumas helfen. Psychosoziale Funktionen zu verbessern und so in Etappen die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen, ist ebenfalls wichtig für die weitere Zukunft der Betroffenen.
Da Angehörige ebenfalls die Auswirkungen der KPTBS eines Familienmitglieds zu spüren bekommen, kann ein Therapieplan um eine Paartherapie oder auch Familientherapie erweitert werden. Dass Bezugspersonen zumindest umfangreich über die Art der Erkrankung aufgeklärt werden, ist für viele Betroffene eine wertvolle Hilfe. Nur was man kennt, kann man verstehen. Durch umfassendes Verständnis wird nicht nur Akzeptanz erreicht, sondern auch die Möglichkeit zum Austausch zwischen den Betroffenen und ihren Familienangehörigen geschaffen.
Ist eine erste Festigung der Erkrankten erreicht, besteht ein weiterer Schritt darin, sie etappenweise mit den traumatischen Erlebnissen zu konfrontieren. Aus Erinnerungsfetzen, wie sie typisch für Flashbacks sind, werden zusammenhängendere Erinnerungen, die sich dann weiterhin verarbeiten und einordnen lassen.
KPTBS bei Kindern und Jugendlichen - Therapieerfahrung
Besondere Aufmerksamkeit ist angesagt, wenn Kinder und Jugendliche von einer KPTBS betroffen sind. Speziell geschultes Fachpersonal und die Erfahrung im Umgang mit dieser Personengruppe sind ideale Voraussetzungen, die Symptome zu mildern, zu heilen und eine Therapie zu einem guten Ende zu bringen. Erziehungsberechtigte sollten sich nicht scheuen, hier Ärzte und Therapeuten nach ihrer beruflichen Praxis und Qualifikation zu fragen.
Eine mögliche Unterbringung in Therapiezentren und Kliniken, die speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet sind, kann den Therapieerfolg fördern. Kinder, deren KPTBS durch Gewalt und Missbrauch von Erwachsenen hervorgerufen wurden, sind vielfach unter ihresgleichen besser aufgehoben als in normalen Kliniken ohne spezielle Abteilung.
Wie wird eine komplexe PTBS in den Oberberg Kliniken behandelt?
Die Oberberg Kliniken sind bundesweit vertreten. Sie stellen einen Qualitätsverbund privater Fachkliniken dar, die sich auf die Gebiete Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik spezialisiert haben. Zum Patientenkreis gehören neben Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche.
Ziel der Oberberg Kliniken ist es, Menschen in schweren seelischen Krisen aufzufangen, sie zu begleiten und wieder in ihr früheres, gewünschtes Leben zurückzuführen. Dies kann in zwei unterschiedlichen Bereichen geschehen. Wer standortnah wohnt, wird - soweit es die Erkrankung zulässt und der Heilung dient - in Tageskliniken therapiert. Im vollstationären Aufenthalt nehmen Erkrankte an fünf Wochentagen an Einzel- und Gruppentherapien teil. Zusatzangebote wie Freizeitveranstaltungen oder weitergehende optionale Therapien werden danach oder am Wochenende angeboten.
Jeder Patient wird individuell betreut, viele sinnvolle, bewährte Bausteine ergeben den Behandlungsrahmen. In die Therapiekonzepte fließen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ein. Ebenso wichtig ist es den Klinikleitungen und dem Therapeutenteam, dass ein grundlegendes Vertrauensverhältnis aufgebaut wird.
Dies ist gerade bei Patienten mit einer komplexen PTBS unerlässlich. Nur wer Vertrauen hat, kann sich öffnen und auf diese Weise den Therapieerfolg selbst unterstützen. Deshalb wird in den Oberberg Kliniken viel Wert darauf gelegt, dass Therapeutenwechsel ausschließlich dann stattfinden, wenn dies von den Patienten gewünscht wird oder wirklich keine andere Möglichkeit mehr bleibt.
Um eine optimale therapeutische Versorgung der Betroffenen zu gewährleisten, werden schwere Fälle von PTBS oder der komplexen PTBS an vier Standorten der Oberberg Kliniken betreut. Diese Schwerpunktzentren bestehen in den Oberberg Fachkliniken Rhein-Jura, Weserbergland, Schwarzwald und der Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad. Hier stehen besonders ausgebildete Therapeuten zur Verfügung.
Wie lange dauert ein Klinikaufenthalt bei KPTBS?
Es hängt von der Schwere der KPTBS und ihren Begleiterkrankungen ab, wie lange ein Aufenthalt in der Klinik erforderlich ist. Auch der persönliche Therapieerfolg spielt dabei eine Rolle. Je nach Therapieerfolg und der individuellen Möglichkeit kann hier reagiert werden, beispielsweise durch Umstellung von einer vollstationären Behandlung auf die Therapie in der Tagesklinik.
Quellen
https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/115691/6/Hecker_KPTBS_inpress.pdf
https://register.awmf.org/assets/guidelines/155_Deutschsprachige_G_f_Psychotraumatologie/155-001ki_S3_Posttraumatische_Belastungsstoerung_2021-11.pdf
https://www.baff-zentren.org/aktuelles/neue-behandlungsempfehlungen-fuer-traumafolgestoerungen/
https://gesund.bund.de/posttraumatische-belastungsstoerung
https://idw-online.de/de/news797665
https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/posttraumatische-belastungsstoerung-ptbs/therapie/
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Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.
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