Wer kennt das nicht? Sie haben eine wichtige Reise vor sich und kommen abends im Bett einfach nicht zur Ruhe. Sind die Pässe auch wirklich eingepackt? Und das Ticket tatsächlich in der Tasche? Sie erinnern sich einfach nicht richtig und stehen lieber nochmal auf um nachzusehen. Eine ganz normale Situation. Doch wenn Kontrolle oder Handlungen überhand nehmen und Menschen in ihrem Alltag beeinträchtigen, geht das weit über eine normale Situation hinaus und wir sprechen von einem Zwang. In Deutschland sind ungefähr 2 Millionen Menschen von handlungsbedürftigen Zwangshandlungen betroffen. Dazu kommt eine weitaus höhere Anzahl an Menschen, die nur vorübergehend an Zwangshandlungen leiden. Doch was genau sind Zwangshandlungen eigentlich?
Obwohl die kongnitive Verhaltenstherapie bei Erkrankten von Zwangshandlungen als der Königsweg gilt, schlägt sie bei manchen Menschen nicht an. Alternative Therapieformen der „Dritten Welle“ und achtsamkeitsbasierte Verfahren (ACT, MBCT), Schematherapie oder CBASP als Bereicherung oder Ergänzung der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Zwangsstörungen gewinnen deshalb immer mehr an Bedeutung. Der Vortrag vermittelt einen Überblick über den Einsatz von Dritte-Welle-Ansätzen in der Behandlung von Zwangsstörungen und gibt anhand konkreter Beispiele einen Einblick in die Anwendung achtsamkeitsbasierter Verfahren wie achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT).