Eine „Psychose“ ist der Überbergriff für schwere psychische Störungen, bei denen die Betroffenen zeitweise den Bezug zur Realität verlieren und ihre Umwelt anders wahrnehmen als gesunde Menschen. Häufig wird ihre Wahrnehmung durch Wahnvorstellungen und Halluzinationen beeinflusst, welche die Betroffenen in ihrer Lebensgestaltung stark beeinflussen. Psychosen können Teil verschiedener psychischer Erkrankungen sein: Die Formen einer psychotischen Störung reichen von einer Schizophrenie bis hin zu einer bipolaren oder schizoaffektiven Störung. Der Begriff der „Psychose“ ist dabei jedoch sehr umstritten. Zum einen ist er durch kontrovers diskutierte Krankheitstheorien vorbelastet, zum anderen wird er uneinheitlich verwendet. Daher wird die Bezeichnung „Psychose“ für psychische Erkrankungen in den aktuellen Klassifikationssystemen ICD-10/11 und DSM-V nicht mehr genutzt. Es ist nunmehr die Rede von „psychotischen Störungen“, wohingegen im Alltag der Begriff „Psychose“ nach wie vor Verwendung findet.
Quellen
Hendlmeier, I., Hoell, A. & Schäufele, M (2015): Leitfaden Psychische Problemlagen. Hg. v. Zentrum für Qualität in der Pflege. www.zqp.de/wp-content/uploads/Pflegeberatung_Leitfaden_Psychische_Problemlagen.pdf (abgerufen am 25.11.2021).
Janssen-Cilag GmbH (o.D.): Psychosen verstehen – Teil 1: Entstehung, Ursachen, Symptome. www.kompass-therapiebegleiter.de/sites/default/files/download/Janssen_Cilag_GmbH_kompass_Broschuere_Psychosen_verstehen_Teil_1_Entstehung-Ursachen-Symptome_0.pdf (abgerufen am 26.11.2021).
Margraf, J., & Schneider, S. (Eds.). (2018). Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Band 2: Psychologische Therapie bei Indikationen im Erwachsenenalter. Springer-Verlag.