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  • Traumberuf oder Höllenjob? Burnout bei Lehrern

    13.04.2018

    Obwohl der Begriff Burnout schon fast inflationär gebraucht wird: eine Zunahme von Betroffenen in den letzten Jahrzehnten ist bewiesen. Gerade in der Berufsgruppe Lehrer gibt es immer mehr Menschen, die sich ausgebrannt fühlen und ihren Alltag nicht mehr bewältigen können. Woran liegt das?

    “Das sind doch die mit den 12 Wochen Urlaub im Jahr!” “Jeden Tag schon mittags Feierabend und ihren Job können sie auch nie verlieren!” Die Vorurteile in der Bevölkerung über Lehrer sind entsprechend groß. Noch größer ist das Unverständnis, das ihnen entgegengebracht wird, wenn die beiden Begriffe Lehramt und Burnout zusammen auftreten. Dabei belegen Studien, dass Lehrer-Sein nicht so einfach ist, wie viele meinen. Die Zahl der Krankheitstage hat sich seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt, mehr als 30 % aller Beschäftigten im Bildungswesen leiden unter psychischen Problemen.

    Was steckt hinter dem Begriff Burnout?

    Wenngleich Burnout keine eigenständige Diagnose ist, so ist es ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren. Bereits in den 70er-Jahren wurde der Begriff Burnout in Verbindung mit Personen aufgebracht, die durch hohes Engagement und starken Leistungsdruck in diesen Krankheitszustand verfielen. Unter Burnout versteht man ein klinisches Syndrom, das die verschiedensten Symptome subsummiert.

    Auch aus diesem Grund ist es schwer von der Depression zu unterscheiden, doch meist geht ein Burnout einer Depression voran. Auch wenn es sich bei Depression und Burnout um unterschiedliche Krankheitsbilder mit eigenen, wenn auch teilweise ähnlichen oder sich überschneidenden Symptomen wie Antriebslosigkeit, Interessenlosigkeit oder bleierne Müdigkeit handelt, müssen diese nach entsprechender Diagnose individuell behandelt und therapiert werden.

    Zu den Auslösern eines Burnout-Syndroms zählen z. B. eine zu große Arbeitsbelastung und individuelle Faktoren wie Perfektionismus oder übertriebener Ehrgeiz. Die individuelle Selbstwahrnehmung und Selbsteinschätzung eigener Ressourcen und Kompetenzen sowie hohe eigene Ansprüche können also entscheidend zur Entstehung eines Burnouts beitragen.

    Wichtig: Burnout gilt derzeit noch nicht als eigenständige psychische Erkrankung, sondern als Stressfolge im Zusammenhang mit Verarbeitungen von Belastungen in Schule, Ausbildung, Studium oder bei der Arbeit.

    Woran erkenne ich ein Burnout-Syndrom?

    Mögliche Symptome

    Psychisch:

    • Lustlosigkeit

    • Gereiztheit

    • Versagensängste

    • Konzentrations- und Schlafstörungen

    • Negative Gefühle und Zynismus gegenüber der Arbeit, Kollegen oder Kunden

    • Ineffektivität des beruflichen Handelns und Verlust der beruflichen Kompetenz

    • Starke seelische Erschöpfung

    Physisch:

    • Nacken- und Rückenprobleme

    • Kopfschmerzen

    • Magen-Darm-Beschwerden

    • Starke körperliche Erschöpfung

    Warum bekommen Lehrer Burnout?

    Als einer der wichtigsten Auslösefaktoren gilt Stress.

    Das sind die Stressfaktoren von Lehrern:

    • Lehrer müssen Unterrichtsvorbereitungen, Klausurkorrekturen, außerschulische Veranstaltungen oder AG’s planen und abarbeiten. Trotz hohem Engagement sind die Aufstiegschancen dabei vergleichsweise gering. Wer seine Gehaltsklasse dennoch verbessern möchte, muss weitere Mehrarbeit leisten.
    • Abgesehen davon müssen Lehrer in jeder einzelnen Schulstunde viele Entscheidungen treffen: worauf reagiert er, worauf nicht? Die außergewöhnlich hohe Interaktionsdichte zwischen Schülern und Lehrern verursacht Stress und gefährdet die Gesundheit.
    • Selten gibt es Kooperationen zwischen Lehrern. Im Alleingang können diese ihr Arbeitspensum nicht verringern und ihr Auftreten schwer stärken.

    Die Frustration steigt und damit auch der Rückzug. Erschöpfung, Leere und Zurückgezogenheit können erste Warnzeichen sein.

    Ferien bieten Zeit für eine Burnout-Behandlung

    Viele Lehrer nehmen immer noch zu wenig die Therapieangebote für die psychische Gesundheit in Anspruch. Ein Team aus Experten entwickelte das Frühinterventionsprogramm für stressbedingte psychische Störungen bei Lehrern.

    Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Jähne
    Chefarzt und Ärztlicher Direktor Oberberg Fachklinik Rhein-Jura

    Kurzum: Im Frühinterventionsprogramm ermöglichen anamnestische Untersuchungen und Tests zur Burnout-Diagnostik sowie eine engmaschige Anbindung an Psychotherapie, Sport, Bewegung, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen eine optimale Genesung. Eine Therapie und Behandlung in den Oberberg Kliniken zielt darauf ab, mit den betroffenen Lehrern Strategien zur besseren Bewältigung und Linderung der psychischen Belastung zu erarbeiten. Wird Burnout frühestmöglich behandelt, bestehen gute Heilungschancen.

    Die Oberberg Burnout-Therapie in Stichworten

    • Individueller Therapieplan

    • Behandlung von weiteren („komorbid“) auftretenden psychischen und psychosomatischen Erkrankungen

    • Erarbeitung einer effizienten Stress-Prophylaxe

    • Einbeziehung der Angehörigen und ggf. des sozialen Umfeldes – auch des Arbeitgebers, wenn dies gewünscht wird

    • Eine stationäre Therapie dauert in der Regel vier bis acht Wochen

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    Standorte, Therapieangebot und Behandlungsfelder

    Oberberg Kliniken

    Die Oberberg Kliniken sind deutschlandweit vertreten. Wir therapieren alle Arten psychischer Krankheitsbilder nach den neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis, stets individuell auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten.

    Oberberg Therapieangebot

    Das Oberberg Therapieangebot umfasst eine große Bandbreite an medizinischen und psychotherapeutischen Leistungen für das gesamte Spektrum psychischer und psychosomatischer Erkrankungen.

    Oberberg Behandlungsfelder

    In den Oberberg Kliniken unterstützen wir Menschen mit einer großen Bandbreite an psychischen Erkrankungen – von ADHS bis hin zu Zwangsstörungen. Erfahren Sie mehr über Symptome und Diagnosen und entdecken Sie, welcher unserer Standorte auf Ihr Behandlungsbild spezialisiert ist.

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