„Die Form, die ich heute anwende, ist relativ neu auf dem Gebiet der tiergestützten Therapie: ich arbeite mit Tieren, die eine Geschichte mitbringen. Meine beiden Hunde Giulio und Cleo kommen aus schwierigen Situationen. Ich habe sie als junge Hunde aus dem italienischen Tierheim geholt. Tiere, die selbst schon negative Erfahrungen machen mussten, besitzen äußerst feine Antennen für das Verhalten und die Ausstrahlung eines Menschen. Auch die Identifikation des Patienten mit dem Tier funktioniert auf einer anderen Ebene, wenn der Patient ein Gegenüber hat, das selbst auch nicht nur ein goldenes Leben hinter sich hat.“
Welche Patienten kommen für diese Art der Behandlung infrage?
„Das ist recht heterogen. Ich merke, dass die tiergestützte Therapie für diejenigen Patienten am sinnvollsten ist, die eine hohe Selbstunsicherheit haben. Doch auch für Betroffene von chronischer Depression oder Ängsten kommt die Therapie infrage. Da ist es wichtig, dass in den Betroffenen überhaupt erst mal eine Aktivierung stattfindet. Durch positive Aktivitäten mit den Hunden ist es möglich, das Gefühl der Selbstwirksamkeit zu erfahren. Die Patienten können dabei erfahren, dass ihr Verhalten positive Rückmeldungen aktiviert.“
Katharina Blesch ist Psychologin mit dem Schwerpunkt Tiergestützte Therapie. Nebenbei führt sie eine freie Tätigkeit als Dozentin in Tierpsychologin und Tiergestützte Therapie in Italien (u. a. Universität Genua) aus. Bereits in der Diplomarbeit ihres Psychologiestudiums spezialisierte sie sich auf das psychologische Zusammenwirken von Mensch und Tier. Im Jahr 2012 schloss sie nach zahlreichen Aus- und Weiterbildungen das weitere Studium „Tiergestützte Therapie und tiergestützte Fördermaßnahmen” an der Veterinärmedizinischen Universität Wien ab und ist seit August 2015 an der Rhein-Jura Klinik tätig.