Alkoholismus: Enzymmangel kann Ursache für Sucht sein
13.01.2013
Unter Stress greifen insbesondere Menschen mit einer Neigung zu erhöhtem Alkoholkonsum häufiger zur Flasche. Auslöser dafür könnte ein fehlerhaftes Gen sein, das für die Produktion des Enzymes Neprilysin zuständig ist, wie Studien mit Mäusen nahelegen. Ein einfacher Eingriff in den Stoffwechsel dieses Eiweißes könnte alkoholanfällige Menschen womöglich vor Alkoholismus schützen, hoffen das Team der Universität Leipzig und des Berliner Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie. Für ihre Studie haben sie Mäuse genetisch so verändert, dass ihnen ein Gen für das Enzym Neprilysin fehlt. Dieses ist für den Abbau des Proteins beta-Amyloid verantwortlich. Vorangegangene Untersuchungen haben ergeben, dass der Mangel an dem Enzym eine Rolle in der Entstehung von Alzheimer und Fettleibigkeit spielt.
Alkoholmissbrauch auch bei Nagern unter Stress
Die Tiere hatten während des Experiments freien Zugang zu Wasser oder Alkohol. Unter normalen Bedingungen sprachen die Nager dem Alkohol nicht stärker zu als ihre genetisch unveränderten Artgenossen. Ihre Trinkvorlieben änderten sich aber komplett in stressigen Situationen. Dazu setzten die Forscher ein fremdes Männchen für maximal 15 Minuten mit in den Käfig. Der Konkurrenzdruck bewirkte, dass die Nager sich in extremem Maße am Alkohol bedienten. Blieb es bei einer einmaligen Stresssituation, so normalisierte sich der Alkoholkonsum der Tiere nach einigen Tagen wieder. Wurden sie dagegen ein weiteres Mal mit einem Fremdling im Käfig konfrontiert, tranken sie bis zum Abbruch des Experiments exzessiv Alkohol.
Ebenfalls mit Alkoholmissbrauch reagierten Artgenossen auf Stress, deren Neprilysin-Produktion die Forscher durch ein Medikament gehemmt hatten. Auf genetisch unveränderte Tiere mit normaler Neprilysin-Produktion traf das nicht zu.
Die Forscher hoffen nun, Wirkstoffe zu finden, die die Bildung von Neprilysin aktivieren können. Eine erste vielversprechende Substanz haben sie bereits entdeckt. Die Wissenschaftler sind außerdem zuversichtlich, dass die Ergebnisse sich auch auf den Menschen übertragen lassen. Bis allbessonders ein entsprechendes Medikament Patienten zugutekommen kann, sei es noch ein weiter Weg.
Stationäre Behandlung bei Alkoholsucht in der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura
“Alkoholismus ist eine Krankheit, die massive Auswirkungen auf Familie und Beruf hat und nicht selten die Existenz bedroht”, sagt Prof. Dr. med. Michael Berner, Ärztlicher Direktor der Rhein-Jura Klinik. “Darum ist ein Entzug oder eine Entgiftung im stationären Rahmen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber begleitend müssen dann die Ursachen für die Sucht und mögliche Auslöser für Rückfälle erkundet werden.”
Nicht selten ist eine Depression ein Auslöser für auffälliges Trinkverhalten, um z.B. die schwermütigen Gedanken mittels Alkohol zu betäuben. Dann muss auch die Depression vorrangig mitbehandelt werden. In der Rhein-Jura Klinik wird Verhaltenstherapie – manchmal auch begleitet von Pharmakotherapie mit Antidepressiva – und biographische Arbeit eingesetzt, um den Patienten wirksame Techniken an die Hand zu geben, sich der Abhängigkeit wirksam zu entziehen.
Quellen
Thomas Walther: Genetic deficiency in neprilysin or its pharmacological inhibition initiate excessive stress-induced alcohol consumption in mice. PLoS One. 2012;7(11):e50187. doi: 10.1371/journal.pone.0050187. Epub 2012 Nov 21.
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