Die wichtigsten Informationen zu einem Aufenthalt in unseren Kliniken
Lesen Sie hier, wer bei uns behandelt wird, wie wir arbeiten und wer behandelt, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und weitere Informationen zu einem Aufenthalt in unseren Kliniken.
Wer wird behandelt?
- Die Fachklinik Konraderhof in Hürth konzentriert sich auf Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 21 Jahren, die Fachklinik Wasserschlösschen in Mönchengladbach auf Jugendliche zwischen 10 und 21 Jahren. Die Fachkliniken Fasenkiez und Marzipanfabrik betreuen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 21 Jahren. Die Behandlung ist stationär und teilstationär möglich.
- Wenn eine stationäre Behandlung notwendig ist, kann jeder Patient bei uns aufgenommen werden, der privat krankenversichert ist, eine Beihilfe in Anspruch nehmen kann oder die Kosten selber trägt. Im Rahmen des sogenannten Kostenerstattungsverfahrens ist eine Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenversicherung in bestimmten Fällen möglich - ausgenommen sind Entwöhnungsbehandlungen, bei denen die Rentenversicherungsträger Kostenträger sind.
- Vor, während und nach der Behandlung arbeiten wir in Abstimmung mit den Eltern und Patienten eng mit dem einweisenden Arzt oder Psychotherapeuten zusammen. Zur Unterstützung der sozialen, schulischen und beruflichen Wiedereingliederung erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit ambulant tätigen Therapeuten, Ämtern und Schulen.
- Wir behandeln das gesamte Spektrum der kinder- und jugendpsychiatrischen Krankheitsbilder. Eine Aufnahme erfolgt in der Regel nach einem ambulanten Vorgespräch.
Wie wird behandelt?
Diagnostik
Die Diagnostik zur Erfassung der oft komplexen Störungsmuster erfolgt bei uns aus mehreren Blickwinkeln, unter Einsatz moderner testpsychologischer Verfahren sowie mittels einer gründlichen pädiatrischen und neurologischen Untersuchung. Darauf basierend bieten wir je nach Voraussetzung und den individuellen Bedürfnissen eine konkret auf die Problematik bezogene Psychotherapie an. Sie besteht aus verschiedenen Modulen und bezieht auch die Familie mit ein.
Therapie
Unser Therapieangebot ist differenziert auf die verschiedenen Lebensphasen der Patienten zugeschnitten. Für jedes Kind, jeden Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird ein ganz individueller Therapieplan erstellt, der zahlreiche Elemente enthält, die aufeinander abgestimmt sind. Sie werden in Einzeltherapie und/oder in der Gruppe angeboten.
Unterricht
Für Patienten, die zur Schule gehen, besteht die Möglichkeit, je nach Krankheitsbild und -verlauf, unterstützenden Unterricht zu erhalten. Er erfolgt in kleinen Gruppen oder als Einzelunterricht und wird mit den Lehrer*innen der Heimatschule abgestimmt. Auf Wunsch und bei ausreichender Stabilität kann auch der Besuch einer geeigneten Schule in der Nähe der Klinik organisiert werden.
Tagesklinik
Das Programm der teilstationären Behandlung in den Tageskliniken beginnt für Jugendliche und junge Erwachsene montags bis freitags am Morgen. Es endet nach den therapeutischen Behandlungen. Die Abende und Wochenenden werden zu Hause bei der Familie verbracht.
Was beinhaltet das Therapieangebot?
Die Therapie für unsere jungen Patienten bezieht verschiedene Ansätze mit ein und ermöglicht dadurch eine individuelle Behandlung. Wir bieten Einzel-, Gruppen- und Familientherapie so wie viele weitere Verfahren unter aktivem Einbezug der Eltern unserer Patienten. Zudem kommen Elemente der Systemischen Familientherapie und Hilfen zur Wiedereingliederung in den Alltag zum Einsatz. Folgende Einzeltherapie-Formen setzen wir dabei ein:
Kognitive Verhaltenstherapie
Die Kognitive Verhaltenstherapie ist eine Behandlung, bei der die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht. Problematische Verhaltensweisen, Denkmuster und Einstellungen werden aufgedeckt, um diese dahingehend zu verändern, dass sie sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken und die Symptome der Erkrankung abklingen.
Lösungsorientierte Kurzzeittherapie
Bei der lösungsorientierten Kurzzeittherapie sollen positive Veränderungen in komplexen Situationen auf Basis kleiner Schritte erzielt werden. Nicht die Frage, wie es ist oder dazu kam, wird fokussiert, sondern was den Unterschied zwischen besser und schlechter ausmacht. Statt des theoretisch umfassenden Verstehenwollens zählt das konkrete Handeln.
Systemische Therapie
Innerhalb der Systemischen Therapie werden Zusammenhänge und Beziehungen zwischen Personen in einer Gruppe als Grundlage für psychische Beschwerden und interpersonelle Konflikte betrachtet. Der aus der Familientherapie entwickelte Ansatz arbeitet lösungs- und nicht problemorientiert. Den Schwerpunkt bildet die Eigeninitiative des Patient*innen.
Tiefenpsychologische Psychotherapie
Bei dieser Form der Therapie wird durch Empathie, Wertschätzung und Authentizität eine Atmosphäre geschaffen, die es dem Patient*innen ermöglicht, sich selbst und seine Emotionen kennenzulernen und in einem geschützten Raum seine Erfahrungen unverzerrt auszudrücken. Hierdurch wird das Selbstwertgefühl gestärkt, eine reifere Konfliktbewältigung ermöglicht und die natürliche Tendenz zur Selbstaktualisierung freigesetzt.
Therapie von Essstörungen
Bei der Therapie von Essstörungen geht es zuerst um die Linderung der offensichtlichen Symptome und darum den Betroffenen ihre Erkrankung bewusst zu machen. Denn erst wenn Essstörungen als solche erkannt und akzeptiert werden, sind die Patientinnen in der Lage, therapeutisch daran zu arbeiten, zu einem „gesunden“ Gewicht zurückzufinden und ihr Essverhalten nachhaltig zu normalisieren. Gemeinsam mit unseren Patientinnen entwickeln wir effiziente Strategien, die einen Rückfall in alte Essverhaltensmuster zuverlässig verhindern sollen.
Im Rahmen unseres Behandlungsschwerpunktes Essstörungen bieten wir – integriert in unser multimodales Behandlungskonzept – störungsspezische Behandlungsbausteine an. Der Behandlungsschwerpunkt richtet sich an alle Patient*innen aus dem Spektrum der Essstörungen
- Anorexia Nervosa
- Bulimia Nervosa
- Binge Eating Disorder
- Sonstige Essstörungen
Ergänzende Therapieverfahren für Körper, Geist und Seele
Die Oberberg Fachkliniken arbeiten ganzheitlich und sehen den Menschen in all seinen Facetten. Aus diesem Grund sind ergänzende Therapieverfahren ein wichtiger Baustein unserer Behandlung. Das hat den Vorteil, dass der junge Mensch in seiner seelischen, geistigen und körperlichen Gesamtheit angesprochen wird.
Ergotherapie
Über die aktive Betätigung mit verschiedenen Materialien findet eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten und Ressourcen statt. Mittels einer großen Palette kreativer und handwerklicher Angebote werden vorhandene Kompetenzen gestärkt und verlorene wiederentdeckt, was die Handlungsfähigkeit im Alltag stärkt.
Kunsttherapie
Mithilfe künstlerischer Materialien wie Farbe, Pappe oder Ton kommen Gefühle, Gedanken, Stimmungen oder Erfahrungen zum Ausdruck. Nicht das ästhetische Ergebnis, sondern der gestalterische Prozess als ein entlastender und spannungslösender Vorgang steht im Vordergrund. Die Selbsterkenntnis wird vertieft, die Selbstheilung angeregt und das Selbst-bewusstsein gefördert.
Entspannungsverfahren
Autogenes Training dient einer veränderten und vertieften Wahrnehmung des eigenen Körpers. Imaginative Verfahren nutzen die eigene Vorstellungskraft, um Verhaltensmöglichkeiten einzuüben. Progressive Muskelrelaxation führt durch willentliche An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen in einen Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers.
Bewegungstherapie
Bewegungstherapie hilft dabei, körperliche, psychische oder soziale Beeinträchtigungen mithilfe von Sport zu überwinden. Sie ist nicht auf Leistungssport ausgerichtet, sondern soll Kinder und Jugendliche aktivieren und ihre Selbstwahrnehmung fördern.
Tiergestützte Therapie
Durch den gezielten Einsatz eines Tieres werden positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten erzielt. Das Therapiepaar Mensch und Tier fungiert dabei als Einheit. Emotionale Nähe, Wärme und unbedingte Anerkennung durch das Tier sind die therapeutischen Elemente.
Multifamilientherapie
Bei der Multifamilientherapie handelt es sich um die gleichzeitige Behandlung von mehreren Familien mit ähnlichen Problemen in einer Gruppe. Ziel ist es dabei, dass in einer angstfreien Gruppenatmosphäre die für die betroffene Familie selbst nicht nutzbaren Erfahrungen den anderen Familien helfen können.
Wer behandelt und betreut?
Das Behandlungsteam
Während des Aufenthalts in unseren Stationen für Kinder- und Jugendpsychiatrie wird jeder Patient über die gesamte Zeit von einem Behandlungsteam betreut, dass sich aus erfahrenen Mitarbeitern zusammensetzt und für Fragen und Hilfestellungen immer zur Verfügung steht. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen fachlichen Bereichen bietet dabei eine optimale Voraussetzung für die Betreuung des Kindes oder des Jugendlichen und dessen Eltern.
Unsere Ärzte und Therapeuten
Unser Team aus hervoragend qualifizierten Fachärzten unterschiedlicher Gebiete und approbierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bietet eine optimale Voraussetzung für die fachärztliche kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung unserer Patienten.
Unser Pflegepersonal
Im Team des Pflege- und Erziehungsdienstes sind alle Mitarbeiter für pflegerische und pädagogische Tätigkeiten geschult. Das medizinisch-therapeutische Team besteht aus Kinderkrankenpflegern und Krankenpflegern. Das pädagogisch-therapeutische Team setzt sich aus Diplom-Sozialarbeitern, Heilerziehungspflegern und Erziehern zusammen.
Unser Servicepersonal
Das Gefühl, in unserer Klinik gut aufgehoben zu sein, ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Dafür sorgen auch unser freundliches Empfangsteam, ein engagiertes Küchen- und Serviceteam sowie das Verwaltungspersonal.
Was ist der Sozialdienst?
Als Ergänzung zu unserer ärztlichen und pflegerischen Versorgung bieten wir unseren Patienten und deren Eltern bei einem stationären und teilstationären Aufenthalt in unseren Kliniken dort Hilfe an, wo persönliche oder soziale Probleme im Zusammenhang mit der Erkrankung auftauchen. Bei unserer sozialen Beratung geht es insbesondere um Gespräche mit den Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern sowie die Planung der persönlichen Perspektiven nach dem Klinikaufenthalt.
Wenn ein Einbezug des Sozialdienstes überlegt wird, wird dies im Rahmen der Behandlung gemeinsam mit unseren Patienten und deren Eltern behutsam erarbeitet.